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Gisela Vetter-Libenow (Hg.)

Schick und Schrill. Modische Extravaganzen von 1800 bis heute

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Modekarikaturen und Modezeichnungen aus drei Jahrhunderten.
Modekarikaturen und Modezeichnungen aus drei Jahrhunderten. „Eine humorvolle, ganz andere Reise durch die Welt der schönen Kleider“ (Börsenblatt).

Modische Extravaganzen im Spiegel der Modegraphik: von der Illustration bis zur Karikatur, von 1800 bis heute. Der liebevoll zusammengestellte Band dokumentiert die unglaubliche Fantasie beim Erfinden immer neuer Moden und darüber hinaus auch die Vorstellungen, Wünsche und Hoffnungen, die sich mit der Mode allenthalben verbinden.

Mode als Abbild der Geschlechterrollen
In der englischen und französischen Graphik nehmen Modethemen vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Zeit des Biedermeier hinein breiten Raum ein. Vielfach setzten die Künstler modische Extravaganzen dabei als offene oder versteckte Gesellschaftskritik in Szene und illustrierten so auch die sich nach der Französischen Revolution neu definierenden Geschlechterrollen. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein beschäftigte sich die Modegraphik insbesondere mit der Frau, die durch Krinoline und Korsett „gebändigt“ wird, wobei die Mode deren Rolle in der Gesellschaft bildhaft darstellt. Erst zum Ende des 20. Jahrhunderts rückt auch der Mann wieder in das Blickfeld der Mode - und wird im „Freizeitdress“ zur Karikatur: Anything goes!

Die Selbstinszenierung durch Kleidung
Der Band thematisiert Sein und Schein der Mode im Wandel der Zeiten. Er dokumentiert am Beispiel ausgewählter Modegraphiken, wie sich der Mensch durch seine Kleidung inszeniert und präsentiert, aber auch, wie er wahrgenommen und beurteilt wird. Daneben führen die Bilder vor Augen: Wer sich der Mode verschreibt, begibt sich auf einen schmalen Grat: ob nur „schick“ oder schon „schrill“ entscheidet oft nur eine Nuance. Für die Künstler sind diese Verirrungen, diese modischen Fehltritte allerdings von besonderem Reiz. Gerade hier können sie genussvoll menschliche Eitelkeiten zur Schau stellen, der Gefallsucht, modischer Prahlerei und dem meist lächerlichen Schönheitskult ein satirisches Denkmal setzen.

„Die Kulturgeschichte der Mode ist nicht nur die Geschichte wechselnder Schönheitsideale und textiler Formatierungen, sie ist immer auch diejenige ihrer Darstellung, sei es in Büchern oder Illustrierten, sei es in bewerbender oder karikierender Absicht. Ein Gang durch eine Galerie solcher Abbildungen zeigt: Die Geschichte der Mode ist auch die Geschichte der Kunst“ (Literaturen).

„Schick und schrill“. Hg. von Gisela Vetter-Liebenow. 45 Farbtafeln, 128 farbige Bilder. Großformat 24 x 27 cm. Fadenheftung Lesebändchen. Leinen. Hirmer.
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