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Mau Mau - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 2/1992.
Spr.: D. 88 Min. FSK 16. Mono DD. Zweitausendeins Edition. DVD.
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Mau Mau - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 2/1992.

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Eine Milieu- und Sittenstudie

Für einen alten Bildungsbürger wie mich, der nur zweimal flüchtig einen Fuß in eine Umgebung wie hier gezeigt gesetzt hat, bietet dieser Film beeindruckende Einblicke in eine fremde Welt. Hier werden Menschen gezeigt, die nach den Maßstäben, nach denen auch ich erzogen wurde, an ihrer Lebensführung gescheitert sind und ständig wieder scheitern. Menschen, die weder für Andere noch für sich selbst Achtung und schon gar keine Liebe aufbringen, dafür aber ihren egoistischen, zumeist animalischen Trieben möglichst auf Kosten Anderer folgen. Dies auf äußerst primitive Weise, die in mir Ekel und Abscheu hervorruft. Der Film ist für mich eine späte Bestätigung für die Richtigkeit meiner lebenslangen Scheu, mit diesem Milieu in Kontakt zu kommen. Alkohol, Geld, Sex, Gewalt und auf der anderen Seite Demütigungen, Schmerz, Frust und Existenzängste schaffen ein Klima dumpfen Stumpfsinns, in dem Sinn, Erfüllung, Liebe und Freude unbekannt bleiben und kein Schimmer von Hoffnung auf eine positive Entwicklung entstehen kann. An Schraders Film gefällt, dass er sich jeder moralischen Wertung enthält und mit seiner Regie- und Bildgestaltung seine Sympathie für seine Charaktere zum Ausdruck bringt. Fast widerwillig geht man mit seiner Erzählung mit, erschrickt, ängstigt sich, hofft, ist frustriert und empfindet schließlich Mitgefühl mit diesen blinden, verlaufenen Geschöpfen in ihrem jeweiligen Labyrinth, das von Sackgasse zu Sackgasse führt. Das Einzige, fast Makabere, was ein wenig trösten könnte, ist, dass diese Marionetten ihrer Begierden so unbewusst sind, dass sie oftmals ihr eigenes Leiden nicht zu bemerken scheinen und es als unabänderlich schicksalhaft hinnehmen. Man möchte wünschen, der Film könnte eine warnende Funktion übernehmen, doch unsere Welt ist der Beweis dafür, dass die Menschen aus Literatur und dramatischen Darstellungen nicht lernen. Erst wenn sie die Konsequenzen ihrer Entscheidungen schmerzhaft am eigenen Leibe erfahren, öffnen sie sich manchmal Einsichten und Erkenntnis. Dann ist ein "Weitermachen wie bisher" nicht mehr möglich. Sehenswert.

Geschrieben von Filmaddict (29.06.2016)

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