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Filmlexikon

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Die Verschwörung - Verrat auf höchster Ebene

Originaltitel: PAGE EIGHT

Spionagefilm

Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2011
Produktionsfirma: Heyday Films/Runaway Fridge/Carnival Films/Masterpiece/BBC
Länge: 103 Minuten
FSK: o.A.
DVD-Anbieter: Koch Media

Darsteller: , Bill Nighy (Johnny Worricker), Rachel Weisz (Nancy Pierpan), Tom Huhges (Ralph Wilson), Michael Gambon (Benedict Baron), Judy Davis (Jill Tankard), Rakhee Thakrar (Muna Hammami), Saskia Reeves (Anthea Catcheside), Ewen Bremner (Rolle Maverly), Felicity Jones (Julianne Worricker), Richard Lintern (Max Vallance), Holly Aird (Anne Hervé)

Produzent: David Barron, David Heyman, Rosie Alison,

Regie: David Hare

Drehbuch: David Hare

Kamera: Martin Ruhe

Musik: Paul Englishby

Inhalt

Es ist nur ein Satz unten auf Seite 8. Doch er reicht aus, um das Leben des MI5-Agenten Johnny Worricker (grandios: Bill Nighy) aus den Fugen zu bringen: In der geheimen Akte, die sein Boss und bester Freund (Michael Gambon) ihm gibt, steckt eine höchst brisante Information, die auch die britische Regierung betrifft: krasse Menschenrechtsverletzungen des US-Geheimdienstes im Krieg gegen den Terror - und der britische Premierminister (Ralph Fiennes) weiß offensichtlich schon länger über diese Praktiken, hält dieses Wissen aber vor dem MI5 unter Verschluss. Die Akte, die nun in die Hände der Agenten geraten ist, bringt sie unter Zugzwang. Was sollen sie mit dieser Information machen? Sofort setzt das politische Sondieren ein. Doch nimmt die Situation für Worricker existenziell bedrohliche Züge an, als sein Chef kurz danach verstirbt. Ein Herzanfall des ohnehin schon herzkranken Freundes? Oder doch ein Mord, um einen möglichen Skandal zu verhindern? Die Luft wird jedenfalls dünn für den altgedienten Worricker. Von mehreren Seiten unter Druck gesetzt, glaubt er eine Verbündete in seiner Nachbarin (Rachel Weisz) gefunden zu haben. Doch die hat ihr eigenes politisches Anliegen...

Bill Nighys elegant-fragile, steifbeinige Erscheinung ist optisch der denkbar größte Gegensatz zum virilen Super-Agenten James Bond. Der Taktiker Worricker ist eher ein Verwandter von Agent Goerge Smiley ("Dame König, As, Spion"): ein in Ehren ergrauter Geheimdienst-Bürokrat, der die Erfahrung machen muss, dass sein Begriff von Loyalität auf dem immer glatter gewordenen politischen Parkett nicht mehr greift. Anstatt gegen einen Superschurken antreten zu können, muss er sich durch ein Dickicht an gegenläufigen Interessen, Lügen und Mauscheleien kämpfen und ganz genau überlegen, wem er dabei noch vertrauen will und wem nicht. Was für Worricker noch dadurch erschwert wird, dass sein Privatleben jenseits der Job-Beziehungen nicht wirklich einen Rückhalt bietet: Der gealterte Lebemann hat auch familiär mit Problemen zu kämpfen, vor allem mit der Beziehung zu seiner ihm entfremdeten Tochter, von deren Mutter er längst zugunsten wechselnder Geliebter getrennt lebt.

Der britische TV-Thriller von Regisseur David Hare bietet statt Action messerscharfe, fesselnde Dialoge und statt einem Schwelgen in spektakulären Schauplätzen rund um die Welt überzeugende Figurenzeichnungen und eine konzentrierte Sicht auf ein Upper-Class-England, dessen gediegene Fassaden innere Brüche und globale Verstrickungen verbergen. Während die politisch Verantwortlichen, allen voran der Premierminister (Ralph Fiennes), mehr ihre Karrieren als moralische Prinzipien im Auge haben, steht Nighys schillernd-liebenswürdige Figur in dem Dilemma, einerseits die eigene Haut retten zu wollen, gleichzeitig aber auch die eigene Integrität zu wahren. Getragen wird der Film von einem All-Star-Ensemble, das Hauptdarsteller Bill Nighy souverän anführt


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