Service/Hilfe
Bestell-Hotline 0341-21 339 339
(Mo–Mi 9–13, Do–Fr 13–17 Uhr)

Filmlexikon

Das größte Filmlexikon der Welt: Mindestens 54.000 Filme mit Inhaltsangabe, 10.000 Einträge mit Filmkritiken, „verfasst von der Creme der deutschen Filmkritik und Filmpublizistik“ (SFB) Mit allen Daten zu mindestens 199.000 Regisseur/inn/en, Hauptdarsteller/inne/n, Schauspieler/inne/n, zu Verleih, Produktion, Laufzeit u.a. (Weitere Filmkritiken, Besprechungen der aktuellen Kinostarts und Tipps aus TV & Mediatheken, DVD & Blu-RAY, VOD und Streaming auf www.filmdienst.de, dem Portal für Kino und Filmkultur.)

Krieg und Frieden (1965-67)

Originaltitel: WOJNA I MIR

Drama, Historienfilm, Literaturverfilmung

Produktionsland: UdSSR
Produktionsjahr: 1965-67
Produktionsfirma: Mosfilm
Länge: 135 Minuten
FSK: ab 12; f
Erstauffuehrung: 1967 Kino /1968 Kino DDR/Mai 1971 DFF2

Darsteller: Ljudmila Saweljewa (Natascha Rostowa), Sergej Bondartschuk (Pierre Besuchow), Wjatscheslaw Tichonow (Andrej Bolkonski), Oleg Tabakow, Irina Gubanowa, Anatol Ktorow, Viktor Stanizin (Ilja Andrejewitsch Rostow), Kira Golowko (Gräfin Rostowa), Oleg Jefremow (Dolochow)

Regie: Sergej Bondartschuk

Drehbuch: Sergej Bondartschuk, Wassili Solowjow

Kamera: Anatoli Petrizki

Musik: Wjatscheslaw Owtschinnikow

Vorlage: Leo Tolstoi

Auszeichnungen

Oscar (1969, Bester fremdsprachiger Film)

Inhalt

Monumentale Verfilmung des gleichnamigen Tolstoi-Romans, der, als russisches Nationalepos in Prosa" konzipiert, die politisch-gesellschaftlichen Umbrüche zur Zeit der Napoleonischen Kriege zwischen 1805 und 1820 anhand einer Dreiecksgeschichte schildert. Im Mittelpunkt steht der Lebensweg zweier Jugendfreunde - des Fürsten Andrej Bolkonskij und des illegitimen Grafen Pierre Besuchow -, die durch ihre Liebe zur jungen Natascha Rostow über die Jahre verbunden bleiben. Zunächst wird die glücklose Romanze zwischen Andrej und dem exaltierten Teenager Natasha geschildert, die Erlebnisse des jungen Offiziers bei der Schlacht von Austerlitz und die gescheiterte Ehe des weltfremden Intellektuellen Pierre mit einer Mitgiftjägerin. Im weiteren Verlauf konzentriert sich die Erzählung auf die Figur der Natasha: ihre Verlobung mit Andrej, ihr Flirt mit dem leichtsinnigen Anatol Kuragin, ihre platonische Freundschaft zu Pierre. Eigentliches Thema ist jedoch die Schlacht von Borodino, die als große Todesoper inszeniert wird. Vor dem Hintergrund des brennenden Moskau erfolgt schließlich Pierres gescheiterter Attentatsversuch auf Napoleon, seine Gefangenschaft im französischen Heer und der Todesmarsch der Invasionsarmee durch den russischen Winter. Am Ende wartet die Wiedervereinigung mit Natasha, die nach Andrejs Tod Pierres Liebe erwidert. Der Regisseur und Schauspieler Bondartschuk folgt - anders als Vidors gestraffte Hollywoodversion - der epischen Erzähltechnik der Vorlage nahezu wortgetreu und liefert ein detailreiches Pendant zur Materialfülle des Romans; beeindruckt durch Plastizität in der Schilderung von Milieu und Zeitkolorit, scheitert jedoch in der dramaturgischen Beherrschung des Stoffs. Massenszenen und Schlachtenpanoramen sind von faszinierender Kraft und Eindringlichkeit, die Einbindung der privaten Schicksale in die Handlung bleibt dagegen beliebig und wenig glaubhaft. Die mit enormem Aufwand inszenierte Mosfilm-Produktion, ein Prestigeobjekt des sowjetischen Kinos der sechziger Jahre, wurde vom westdeutschen Verleih stark gekürzt, die vier Teile des Originals (Aufführungsdauer fast 8 Stunden) zu drei Teilen von insgesamt 3 1/2 Stunden Länge zusammengezogen. (Westdeutsche Erstaufführungen: 1. Teil "Petersburg tanzt", Länge 165: 23.12.1967; 2. Teil "1812 - "Napoleon vor Moskau", Länge 95: 7.3.1968; 3. Teil "Moskau brennt", Länge 77: 26.4.1968.) Unter dem Titel "Die große Liebe der Natascha" (s. auch dort) gelangte 1971 gar eine 83minütige Fassung in den Verleih."


WEITERLESEN. (Ausführliche Kritik, Bilder oder Trailer auf www.filmdienst.de)