Die Abwesenheit - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 11992. für 7,99 €

Die Abwesenheit - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1992.

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Spr.: D/F/E. Sub.: D nicht ausblendbar. 105 Min. FSK 6. Stereo DD. Zweitausendeins Edition. DVD.

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"Eine wunderbar fragile Stimmung strahlt dieser Film aus, eine poetische Mischung aus konkreter Präsenz und somnambulem Zauber", schwärmte Norbert Grob in Die Zeit von Handkes dritter und vorerst letzter Regiearbeit: Vier Menschen entfliehen ihrem Alltag und begeben sich auf Wanderschaft: ein alter Mann, eine junge Frau, ein Soldat und ein Spieler. Auf ihren Reisen begegnen sie einander und schließen sich zusammen. Ohne ein konkretes Ziel streifen sie umher, erzählen sich Geschichten und entdecken ungewohnte Städte und Landschaften. Literaturverfilmung mit Bruno Ganz, Jeanne Moreau, Alex Descas, Eustaquio Barjau u.a. Regie: Peter Handke.

Spr.: D/F/E. Sub.: D nicht ausblendbar. 105 Min. FSK 6. Stereo DD. Zweitausendeins Edition. DVD.

Originaltitel: L' ABSENCE

Produktionsland: Deutschland/Frankreich/Spanien
Produktionsjahr: 1992
Produktionsfirma: Road Movies/Gemini/WDR/Marea

Darsteller: Jeanne Moreau (Frau des Schriftstellers), Alex Descas (Soldat), Bruno Ganz (Spieler), Sophie Semin (junge Frau), Eustaquio Barjau (Schriftsteller)

Produzent: Paulo Branco, Ulrich Felsberg, Wim Wenders

Regie: Peter Handke

Drehbuch: Peter Handke

Kamera: Agnès Godard

Musik: Jean-Paul Mugel

Schnitt: Peter Przygodda

Die Empfehlung unseres Filmexperten Marek Bringezu aus der Merkmail:
In einem Gespräch mit Wim Wenders anlässlich der Deutschland-Premiere am 26. Januar 1994 erinnerte sich Handke. Zunächst wollte er ein Drehbuch verfassen. Eine Zeitungsnotiz über eine japanische Familie, die in Europa unterwegs ist, ihren Vater verliert, dessen Kinder sich auf die Suche nach ihm machen und ihn schließlich tot auffinden, hatte Handkes Interesse geweckt. Während des Niederschreibens der Filmidee wurde daraus ein Roman, und Handke vergaß das Drehbuch. Drei Jahre später schrieb der Autor doch noch das Skript, ohne den Roman "zur Hand zu nehmen", sondern ihn "sozusagen auswendig nachzuschreiben oder neu zu schreiben", so Handke selbst. Und er ergänzt, dass "die Familie aus der Zeitungsmeldung entschwand, und es blieb eine Gruppe von vier Leuten, die in der Landschaft verlorengehen." Doch weitaus interessanter ist der Film als vielschichtiger Ausblick auf Handkes spätere, äußerst kontroverse Position bezüglich des Jugoslawienkriegs. Helmut Böttiger schrieb in der Frankfurter Rundschau vom 29. Januar 1994: "In einer spezifischen Sprechweise ist das Massaker auf dem Pekinger 'Platz des Himmlischen Friedens' ebenso gegenwärtig wie der Krieg in Jugoslawien; ja, mit dem Hinweis auf diesen Krieg endet der Film, hier bekommt der Schlussmonolog von Jeanne Moreau einen Akzent, der auf eine Entwicklung in Handkes Werk überhaupt hinweist. Seine ästhetisch immer bewusste Zeitgenossenschaft wird im Aktuellen verortet." "Die Abwesenheit" ist somit auch als Handkes erster, grundsätzlicher Kommentar zum Jugoslawienkrieg zu verstehen. Und erst nachdem Handke 1996 den Reisebericht "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien" verfasste, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen um Handkes Person und seine als einseitig kritisierte Position. "Die Abwesenheit" ist möglicherweise das erste, noch nicht präzisierte Glied der frappanten Argumentationskette.