Deutschland bleiche Mutter - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 41979. für 7,99 €

Deutschland bleiche Mutter - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 4/1979.

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Spr.: D. 118 Min. FSK 16. Mono DD. Zweitausendeins Edition. DVD.

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Kurz vor Kriegsausbruch heiraten Hans und Lene. Hans muss an die Front, und so sehen sich beide nur noch bei den seltenen Heimaturlauben. Lene wird schwanger und muss sich mit Tochter Anna allein durchschlagen. Nach 1945 leben alle drei wieder zusammen, aber Hans und Lene entfremden sich zunehmend. Das festlegte Familienleben wird Lene zur Last. Helma Sanders-Brahms' Film ist eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit ihrer Mutter. Gleichzeitig formuliert die Regisseurin grundsätzliche Aussagen zur Emanzipation. Bei der Uraufführung auf der Berlinale wurde die Filmemacherin von den deutschen Kritikern aufs Schärfste angegriffen, während die internationale Presse den Film feierte. Im Ausland wurde "Deutschland bleiche Mutter" Helma Sanders-Brahms' erfolgreichster Film und erst Jahrzehnte später entdeckten auch deutsche Kritiker die eigenwillige Schönheit und Präzision des Films. Drama mit Eva Mattes, Ernst Jacobi, Elisabeth Stepanek, Angelika Thomas u.a. Regie: Helma Sanders-Brahms.

Spr.: D. 118 Min. FSK 16. Mono DD. Zweitausendeins Edition. DVD.

Produktionsland: BR Deutschland
Produktionsjahr: 1979
Produktionsfirma: Helma Sanders-Brahms/Literarisches Colloquium/WDR

Darsteller: Eva Mattes (Helene), Ernst Jacobi (Hans), Elisabeth Stepanek (Hanne), Angelika Thomas (Lydia), Rainer Friedrichsen (Ulrich)

Produzent: Ursula Ludwig, Helma Sanders-Brahms

Regie: Helma Sanders-Brahms

Drehbuch: Helma Sanders-Brahms

Kamera: Jürgen Jürges

Musik: Jürgen Knieper

Schnitt: Elfi Tillack, Uta Periginelli

Die Empfehlung unseres Filmexperten Marek Bringezu aus dem Newsletter:
Den Titel hat Helma Sanders-Brahms dem Bertolt-Brecht-Gedicht "Deutschland" (1933) entnommen. Darin heißt es: "O Deutschland, bleiche Mutter! / Wie sitzest du besudelt / Unter den Völkern" und "O Deutschland, bleiche Mutter! / Wie haben deine Söhne dich zugerichtet". Die Regisseurin hat das Gedicht ihrem Film vorangestellt. Es wird gesprochen von Brechts Tochter Hanne Hiob. Diese "weibliche" Interpretation ist bedeutsam, denn die Filmemacherin nimmt den Dichter beim Wort und zeigt, dass Männer Deutschland zugerichtet haben, und wie Frauen den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach erlebten. Dabei erzählt Sanders-Brahms die Geschichte ihrer Mutter und spricht im Offkommentar direkt zu ihr. Diese äußerst subjektive Herangehensweise löste bei der Berlinale-Uraufführung am 20.02.1980 heftige Attacken seitens der deutschen Kritik aus. Vor allem die Verquickung der persönlichen Familiengeschichte mit allgemeingültigen Aussagen zum Nazi-Deutschland sorgte für die massive Ablehnung, die selbst die Regisseurin überraschte. International wurde "Deutschland bleiche Mutter" Sanders-Brahms‘ erfolgreichster und bekanntester Film. Allein in Paris lief er 72 (!) Wochen ununterbrochen in den Programmkinos. Als der Film am 26.09.1980 regulär in die deutschen Kinos kam, revidierten einige Kritiker ihre Meinungen oder versuchten das damalige Unverständnis zu erklären. Hans C. Blumenberg schrieb am 10.10.1980 in "Die Zeit": "Wenn Helma Sanders-Brahms von ihren Gefühlen redet, mag ich nicht immer zuhören, aber wenn sie Emotionen in Bilder übersetzt, dann kann ich noch lange zuschauen. Ich sehe Eva Mattes als Lene (…). In keinem anderen Film, nicht einmal bei Fassbinder in ‚Wildwechsel‘ und bei Herzog in ‚Stroszek‘, hat diese phantastische Schauspielerin so viel von sich sehen lassen.‘ Und seinen deutschen Kollegen attestierte er, dass sie die "ungewöhnlichen Schönheiten" des Films übersahen.