Mathias Bröckers
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Home > Writersblogs > Writersblog von Mathias Bröckers.
Writersblog von Mathias Bröckers.
24. Juli 2006
Beirut -Lidice.
Die Cartoon-Serie "I am Palaestinian" hat dem brasilianischen Cartoonisten Carlos Latuff schon einigen Ärger eingebracht. Aber auch den Freispruch eines Schweizer Gerichts, vor dem ihn rasende Philosemiten verklagt hatten. Auch sein jüngster Cartoon, in dem er das Bombardement Beiruts mit Nazi-Massakern vergleicht, dürfte wieder die Gemüter erregen - allerdings nur bei denjenigen, für die Satire alles darf, solange sie sich z.B. gegen Mohammed richtet. Aber Israel mit den Nazis vergleichen, das geht natürlich zu weit: hier
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Kommentare
Beitrag von froonobulax / Veröffentlicht um 15:48 - 24.07.06
Der Link ist tot.
Bitte diesen verwenden:
http://photos2.blogger.com/blogger/5037/1238/1600/Lidice_1942_Beirut_2006_by_Latuff2.jpg
Beitrag von Zorro / Veröffentlicht um 18:06 - 24.07.06
He Bröcki, Rad ab? Sonnenstich? Herrschsucht? Langeweile? Diesen Scheißdreck solltest du besser den Glatzen überlassen. Geh mal ins Freibad oder unter die Dusche zum Abkühlen.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23.07.2006: "Auch die Berliner Kollegen müssen nicht sonderlich mehr „Personen in Not”, wie es offiziell heißt, ins Krankenhaus bringen als sonst, was freilich auch an den Ferien in der Hauptstadt liegen mag. Dennoch gibt es in Berlin ein Lob. „Die Bürger sind vorsichtiger geworden”, drückt es ein Feuerwehrsprecher aus, „sie gehen nicht aus der Wohnung raus und werden wohl mehr trinken.”
Vielleicht kühlt auch dieser nüchterne Tagesspiegel-Artikel: http://www.tagesspiegel.de/meinung/archiv/23.07.2006/2672868.asp
Beitrag von alabanda / Veröffentlicht um 20:56 - 24.07.06
Seien wir mal ehrlich: Was die Israelis da unten tun, ist völlig legitim. Sie werden seit Jahren angegriffen und jetzt wehren sie sich endlich mal. Das würde ich gottverdammtnochmal von meinem Land auch erwarten!
Komme mir keiner mit den armen zivilen Opfern. Die opfern wir doch alle so gerne für unsere eigene Ideologie.
Wenn ich etwas noch weniger leiden kann als diese kranken Zionisten, dann sind es die Islamisten und Islamisten-Versteher.
Also: mir tuts um die Wenigsten leid, aber warum werde ich damit belästigt?
...und die franz. Revolution war ein Kindergeburtstag gegen das, was noch kommen wird.
Beitrag von tezla / Veröffentlicht um 01:18 - 25.07.06
Laut Amnesty International (1998) war es gängige israelische Praxis libanesische Zivilisten einfach zu kidnappen und zwar als "Faustpfand". Teilweise wurden diese dann bis zu zehn Jahre lang festgehalten. Noch heute sitzen tausende Libanesen und Palästinenser in Israelischen Gefängnissen, meiste ohne Prozess und der Folter ausgesetzt. Nur ist weder der libanesischen Regierung Hezbollah eingefallen als Reaktion darauf Israel zu zerstören.
Palästinensischen Häftlingen wurden ihre Nummer auf den Leib gebrannt - so wie die Nazis es in den Konzentrationslagern taten.
Und als ich heute hörte dass Israel für jeden getöteten Soldaten zehn Häuser in den südlichen Vororten Beiruts zerstören will, musste ich irgendwie an die Drohung der Wehrmacht während des zweiten Weltkrieges in Jugoslawien denken, die für jeden getöteten Soldaten 100 Jugoslawen umbrachte!
Beitrag von zartbitter / Veröffentlicht um 03:27 - 25.07.06
So stelle ich mir Frieden vor: Einebnung weiter Landstriche als Abschreckung nach allen Seiten. Aber ich glaube dadurch werden sich Extremisten nicht beeindrucken lassen. Bestimmt helfen da Atombomben weiter, um die Radikalen zum Frieden 'umzupolen'.
Deutschland sollte langsam auch ein ordentliches Abschreckungspotenzial aufbauen. Hin und wieder werden Deutsche im Ausland entführt (Sahara-Geiseln, Jemen, Irak Nigeria...), und die deutsche Bevölkerung sollte das nicht länger tolerieren, sondern hart durchgreifen. Eine Zeitreise von 20 Jahren in die Vergangenheit würde der Sahara mal gut tun. Es ist unser eigenes, deutsches Recht auf Selbstverteidigung, verdammt nochmal!
Beitrag von f / Veröffentlicht um 22:45 - 25.07.06
Palästina-Israel-Horizonterweiterung (unideologisch)
Zwei Texte zum NS-REGIME-VERGLEICH (- der in der Presse 2006 stets angewandt wird -> z.B. in Bezug auf den iranischen Staatschef Ahmadinedschad):
1. Interview mit Zohar Shapira, Israeli (Reservist und Kommandant einer Eliteeinheit für Spezialaufträge in der israelischen Armee) 2. Persönliche Erklärung Ellen Rohlfs`, Deutsche (Studium Naturwissenschaften / Pädagogik)
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Zu 1. Interview mit Zohar Shapira:
Am Strand von Tel Aviv haben wir den Lehrer Zohar Shapira getroffen. Er ist 36jährig, verheiratet und Vater einer einjährigen Tochter, die er nach unserem Interview in der Krippe abholen muss. Er ist einer der israelischen Gründer der Guppe «Kämpfer für den Frieden».1 Die Zusammensetzung der Bewegung (120 israelische Refuzniks2 und 120 Palästinenser, ehemalige politische Häftlinge, darunter 24 Frauen) ist zweifelsohne ein Novum im Konflikt zwischen Israeli und Palästinensern. Die Gruppe, deren Kern absichtlich klein gehalten wird, ist nach jahrelanger reiflicher Überlegung und Vorarbeit vor einigen Monaten an die Öffentlichkeit getreten und erfreut sich sowohl von palästinensischer als auch von israelischer Seite grosser Unterstützung. Zohar Shapira, der 15 Jahre als Kommandant einer Eliteeinheit für Spezialaufträge in der israelischen Armee gedient hat, erklärt, warum er sich entschlossen hat, die Waffen niederzulegen. «2002, kurz nach Beginn der zweiten Intifada, war ich an der ‹Operation Shield of Defence› beteiligt, und nach dem Angriff auf Jenin begriff ich, dass ich nicht mehr so weitermachen konnte. Dies vor allem, nachdem ich beinahe ein Kind niedergeschossen hätte, das plötzlich an einer Strassenecke aufgetaucht war. Wir drangen in die Häuser der Palästinenser ein, um vermeintliche Terroristen festzunehmen, und ihre Kinder musterten uns. Ihre Blicke waren fest und gaben uns zu verstehen, dass sie uns ihr Leben lang hassen würden. Wir waren für diesen Hass verantwortlich.» 40% der Reservisten verweigern den Dienst in besetzten Gebieten Über die wachsende Bewegung der Refuzniks sagt er: «Wir waren ungefähr 800. Es war von grosser Bedeutung, dass unter den Refuzniks nicht nur einfache Soldaten, sondern auch Piloten und Militärs höheren Ranges waren, so dass die israelische Regierung sich gezwungen sah, das Problem zu diskutieren. Die Refuzniks sind mittlerweile eine von der Bevölkerung akzeptierte Realität geworden. Zurzeit weigern sich 40% aller Reservisten, in die besetzten Gebiete zu gehen. Für uns ging es aber darum, über blosse Demonstrationen hinauszugehen und effektiver und nachhaltiger zu wirken. Wir wussten nicht, ob es Palästinenser gab, die bereit waren, mit uns in einen Dialog zu treten. Wir haben dann zur Organisation Taayush (Organisation aus Palästinensern und arabischstämmigen Israeli) Kontakt aufgenommen. Zu Beginn waren allerdings beide Seiten misstrauisch.» Suleiman al Himri aus Bethlehem kämpft in der Bewegung Taayush. Er hat viereinhalb Jahre in israelischen Gefängnissen gesessen, weil er lokaler Anführer politischer Aktionen während der ersten Intifada gewesen war. Suleiman, aktives Mitglieder der Fatah und Beamter des Innenministeriums, bestätigt das Misstrauen, von dem die ersten Kontakte mit den Refuzniks geprägt waren. Es sei richtig, dass vor der Gründung der Gruppe «Kämpfer für den Frieden» zahlreiche Treffen notwendig gewesen seien. «Nur Gewaltlosigkeit kann den Teufelskreis des Todes durchbrechen» Wir trafen Suleiman in einem Hotel in Bethlehem. Er erzählt: «Wir haben uns in mehreren Punkten geeinigt: zuerst die Anerkennung des Rechtes der Palästinenser auf einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt; dann die Akzeptanz des Gegenübers als Gesprächspartner und schliesslich die Ablehnung jeglicher Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.» Die Wahl der Gewaltlosigkeit ist in den Augen beider Parteien wahrscheinlich das grundlegende Übereinkommen, steht doch Gewalt am Anfang der Militarisierung der Gesellschaft. Zohar, der israelische Lehrer, fährt fort: «Nur Gewaltlosigkeit kann den Teufelskreis des Todes durchbrechen.» Er erzählt dann von den Gefühlen, die er empfand, als er zum erstenmal unbewaffnet in die besetzten Gebiete ging. «Ich schaute um mich, um mich zu versichern, dass ich von Soldaten beschützt war. Später, als Suleiman mir bei sich zu Hause seine Familie vorstellte, vergass ich die Angst. Unsere Botschaft lautet nicht, wir seien gleich; wir sind verschieden, aber wir haben das gleiche Ziel: den Frieden, und dafür muss man sich besser kennen.» Zurzeit sind die wichtigsten Aktionen der «Kämpfer für den Frieden» die Sensibilisierungskurse in israelischen und palästinensischen Schulen. Und inwiefern unterscheiden sie sich von den anderen Friedensorganisationen? Suleiman beeilt sich zu antworten: «Unsere Ziele unterscheiden sich: Wir wollen keine Normalisierung der Beziehungen, wir wollen im Hinblick auf ein konkretes Ziel zusammenarbeiten: das Ende der Besetzung.» «Wir werden unser Ziel erreichen – Mandela ist es auch gelungen» Andere Organisationen versuchen die Bevölkerung zu sensibilisieren, indem sie Führungen in den umstrittenen Gebieten und insbesondere dort, wo die Mauer sich befindet, organisieren. «Die Israeli kennen die Mauer nicht, sie haben sie nicht gesehen und akzeptieren deshalb die Propaganda der Regierung. Wenn sie sich aber wirklich vor der Mauer befinden, begreifen sie, dass sie nicht dem Schutz, sondern der Kolonisierung der palästinensischen Gebiete dient», erklärt Jeff Halper, Koordinator des israelischen Komitees gegen die Zerstörung der Häuser (ICAHD) und Organisator einer Anti-Apartheid-Kampagne. «Wir werden unser Ziel erreichen. Mandela ist es auch gelungen.» Wir fragen Jeff Halper, ob der Sieg der Hamas das Verhältnis zu den Palästinensern verändert habe. «In Israel gab es keine Panikreaktionen nach dem Sieg der Hamas. Wir fahren fort, mit den Palästinensern zu arbeiten, wir werden sehen, was die Hamas macht. Nach den Verträgen von Oslo sind wir in einen Dialog getreten, doch der Beginn der zweiten Intifada hat alles blockiert. Die Palästinenser sind sich nun bewusst, dass sie uns brauchen, um der Besetzung ein Ende zu bereiten», meint Jeff Halper. Quelle: Le Courrier vom 12.6.06 (Übersetzung und Bearbeitung Zeit-Fragen) 1 www.combatantsforpeace.org 2 Israeli, die den Militärdienst verweigern, oder israelische Soldaten, die den Dienst in den besetzten Gebieten verweigern.
Quelle: Le Courrier vom 12.6.06 (Übersetzung und Bearbeitung: Zeit-Fragen)
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Zu 2. Ellen Rohlfs:
Genug ist genug! - 'Nur' Verbrechen gegen die Menschheit oder schleichender Völkermord? Eine Dokumentation von Ellen Rohlfs zur Situation in Palästina, 2005/2006
„Nie wieder!“ Ellen Rohlfs - nach Erich Fried ein „trockenes Gedicht“ 7.8.05
Deutsche Kolonialoffiziere und -Soldaten Begingen unter Führung von General von Trotha Den Völkermord an den Hereros in Südwestafrika Das war 1904 Die deutsche Regierung war vom deutschen Botschafter in Aleppo gut informiert über die Vertreibung und den Völkermord an den Armeniern in der Türkei - Sie mischte sich nicht ein. Das war 1915. Die deutsche Nazi-Regierung Beging den Genozid am jüdischen Volk. Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung, wußte oder ahnte wenigstens darum und schaute weg. Das war von 1933-1945. Danach hieß es entsetzt nicht nur von den Überlebenden der KZ: „Nie wieder!“ Die deutsche Regierung heute „unterhält enge Beziehungen zu Israel“ und kennt die Ziele der rechts-extremen, rassistischen Regierung: Palästina und Ost-Jerusalem araberrein zu machen, d.h. ethnische Säuberung also Transfer und „Politizid“* Die Regierung schickt dennoch U-Boote und Panzer-Ersatzteile Und unterstützt so eine brutale, unterdrückerische Besatzung, auch den Bau der monströsen Apartheidmauer. Sie sieht nur die Opfer der einen - und schweigt Zu den weit größeren Opfern der andern Seite. Sie schweigt zu Kriegsverbrechen. Das ist eindeutig Mittäterschaft. Das geschieht heute - 2005. Resumée: Deutschland beteiligte sich in nur 100 Jahren Aktiv und direkt, indirekt oder passiv an vier Verbrechen gegen die Menschheit. Ich bin fassungslos. „J'accuse!“ Nie wieder? Nirgendwo?
*s. Baruch Kimmerling: „Politizid“, 2003: P.= Zerstörung einer Gesellschaft Shulamit Aloni: „Wer sagt denn, dass ein Genozid immer nach dem gleichen Muster abläuft?“ 6.3.03 Tanya Reinhardt: „Ethnische Säuberung“, 2004; Adi Ophir: „hinter dem Transfer verbirgt sich ein Genozid“.
Als Deutsche dieses Thema?
Nach 40 Jahren aufmerksamer Beobachtung auch vor Ort, und (wie schon gesagt) dem ständigen Kontakt zu Menschenrechts- und Friedensgruppen und dem Studium einschlägiger Fachliteratur israelischer/jüdischer („neuer“) Historiker/Soziologen/Politologen behaupte ich, daß in Israel „Verbrechen gegen die Menschheit“ begangen werden. Oder ist es gar „Völkermord im Zeitlupentempo“ (wie es jemand in den 90er Jahren über Bosnien schrieb)? Mir ist dabei sehr bewußt, daß dies eine ungeheuerliche Aussage ist, auch wenn sie zunächst in eine Frage gekleidet ist - noch dazu von einer Deutschen. Mir ist bewußt, daß ich mich auf eine schmale Gradwanderung begebe. Es wäre mir lieber, ich hätte unrecht.
Bei meinen Überlegungen, ob ich aufschreiben solle, was ich meine, schreiben zu müssen, half mir Yvonne Deutsch, eine der Frauen in Schwarz in Israel. Sie hat 1993 (in Publik Forum) geschrieben: „Die Deutschen müssen lernen, mit dem Vorwurf des Antisemitismus umzugehen. Kritik an der Politik Israels hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Es ist an der Zeit, den Holocaust und Israel von einander zu trennen. Die Vernichtung der Juden ist das eine, die Verfolgung der Palästinenser das andere. Wer das eine verurteilt, kann zum anderen nicht schweigen.“ 1995 habe ich Yvonne Deutsch in Jerusalem bei einer internationalen Konferenz der Frauen in Schwarz persönlich für dieses Wort gedankt. Es machte mir Mut, die beiden Bücher (1993 und 2000) über den Nahostkonflikt [siehe 4*] zu schreiben und die Dinge beim Namen zu nennen - und eigentlich müßten sie hinausgeschrieen werden....
Ich habe also zur oben genannten Frage recherchiert und bin auf Aussagen/Zitate und Fakten gestoßen, die mich in ihrer Un-Menge und Ungeheuerlichkeit erschrecken lassen. Wahrscheinlich könnte man noch viel mehr finden; denn ich bin längst nicht die ganze Fachliteratur, alle Berichte der Menschenrechtsorganisationen, Hunderte von Haaretz- u.a. Artikel, um deren Übersetzung ich zuweilen von den Autoren gebeten worden war, oder die mir zur Verfügung stehen, akribisch durchgegangen. Ich denke, daß die nun hier vorliegenden Zitate und Fakten erschreckend genug belegen, worum es letztlich geht: „ethnic cleansing“. Auch wenn das einzelne Zitat, einzelne Taten, besser Untaten als solche - verglichen mit dem, was in den KZs der Nazis innerhalb kurzer Zeit geschah - harmlos klingen, im einzelnen für sich zuweilen fast harmlos sein mögen - in ihrer Vielzahl und während einer Dauer von über 38 Jahren Besatzung bewirken sie im Zusammenhang am Ende das, was alle israelischen Regierungen bezweck(t)en, die ethnische Säuberung Israels, Ost-Jerusalems und der besetzten palästinensischen Gebiete. Ein Nadelstich ist harmlos - 1000e von Nadelstichen, dicht neben einander oder immer an dieselbe Stelle gesetzt, wirken tödlich - und viele Akte sind tatsächlich nicht mehr nur Nadelstiche, sondern schlicht grobe Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen (vgl. „Isolated fragments of the reality are read as being tolerable …” A. Hass 28.12.05, Haaretz).
Was ich recherchiert und nun hier mit Quellenangaben so genau wie möglich, oft aber nur stichwortartig dokumentiert habe, kann ich nicht mehr für mich behalten. Ich kann nicht mehr schweigen.
Israelisch-jüdische Stimmen / Zitate zur Frage "'Nur' Verbrechen gegen die Menschheit oder schleichender Völkermord?"
Ich zitiere zunächst - ungeordnet - etwa 45 Israelis bzw. Juden, von denen einige schon ziemlich früh (1978) erschrocken begriffen haben, was unter der Oberfläche der israelischen Politik aller Regierungen geschieht, immer mehr begreifen jetzt, was tatsächlich geschieht und es gibt andere, die vor nichts zurückschrecken und sich nicht scheuen, ihre Absichten und Wunschvorstellungen auch unmißverständlich zum Ausdruck zu bringen im Sinne von: „Nur ein toter Araber ist ein guter Araber“ (Sharon). Seit Mitte Januar 2006 gibt es eine jüdische Gruppe: Jews against Genocide. Sie brachten am neuen Qalandia-'Terminal' - als ein Zeichen des Entsetzens über diesen ein Plakat an: “Arbeit macht frei”.
Greta Berlin (WiB) 15. Januar 2006: “Will the world continue to close its eyes to the genocide of Palestinians?” Chaim Weizman, 1919, Pariser Friedenskonferenz: „Eines Tages werden sie (die Araber) gehen müssen und uns das Land überlassen... Wir Juden haben 10 mal mehr Intelligenz als sie.“ General Matti Peled spricht schon 1980 nach langen Ausgangssperren von „systematischer Aushungerung“. Z. im Interview mit Amos Oz, 18.12.82 in Davar: „...ich bin auch heute bereit..., Araber zu töten nach Bedarf, sie zu verbannen, zu verjagen, zu verbrennen ....“ (OZ: “Im Lande Israel“, S. 74ff) Yitzhak Rabin: „wir werden die Palästinenser vernichten wie die Heuschrecken und ihre Köpfe an die Wände schlagen“. (1.4.88 NY-Times) Generalstabschef Shomrom (18.6.89): „Um den Aufstand zu beenden, gibt es nur 3 Möglichkeiten: Transfer, Aushungern oder physische Vernichtung, also Völkermord“ (nach Reuters) Arnon Sofer, Haifa, JP, 21.5.2004: „If we want to remain alive, we have to kill and kill and kill, all day, every day." Siedler-Schüler im Unterricht in Hebron, 1993 (Film: Im Bunker Gottes): “Es ist das Wichtigste, einen nach dem anderen zu töten“. Sarah Roy zieht Parallelen zwischen den jüdischen Erfahrungen in Europa und Israels Behandlung der Palästinenser..(„Prophets outcast“) (Ihre Eltern waren Holocaustüberlebende) Benny Morris (Haaretz, 9.1.2004) vergleicht in einem Interview die Geschichte der USA mit der Staatswerdung Israels: „Even the great American democracy could not have been created without the annihilation of the Indians…” und rechtfertigt dies im Blick auf das, was dem paläst.Volk 1948 geschah bzw. geschehen sollte. „Wenn es die Umstände erfordern .. wird die Ausrottung die Endlösung sein. („Israelische Dissidenten“, S.134 bei Adi Ophir). Tanja Reinhart: „wir sind Zeugen des täglichen unsichtbaren Tötens der Kranken und Verwundeten... und derjenigen, die sich dem Hungertod entgegenstrecken.“ 30.6.02 Yedioth Aharonot. General Mofaz, 2004 (nach Gideon Levy, 27.11.05): “we don't count Palestinians, who are killed”. Graffiti in Hebron, 2004 (Shabtei Gold, PHR als Photograph): „Arabs to the gas-chambers!“ - “Shoa for the Arabs!” - “I hope God burns all the Arabs in Hell!” (27.11.05. HRO). Sharon im Gespräch mit Powell: “wir tun nichts anderes als das, was die USA mit der einheimischen Bevölkerung Nordamerikas tat.“ (n. Hajo Meyer) und „Wir müssen diese Wilden ausrotten“ (zu Beginn der 2. Intifada nach Warshawski). Rabbiner in Hebron: „The Bible teaches us, that Amalek (Palestinians) must be destroyed.” Zadok Yehezkeli (31.5.02) Bulldozerfahrer im Jenin Flüchtlingslager: ”if one thing bother me most, it is that we didn't wipe out the whole camp.” ("dass wir nicht das ganze Lager auslöschten”). ... ... ...
Was aber geht diesen Aussagen von Israelis/Juden voraus? Die 1. Phase des Zionismus:
1. Aberkennung der Existenz der einheimischen Bevölkerung ... ... ... In der Balfour-Erklärung wird die einheimische Bevölkerung (immerhin 92%!) nur beiläufig als „nicht-jüdische“ erwähnt und offen zugegeben: „ In Palästina machen wir nicht einmal das Angebot, die Wünsche der gegenwärtigen Einwohner des Landes zu berücksichtigen“. Der russ. Zionistenführer Ussiskin tat die Araber Palästinas als „Quantité négligable“ ab. 1931 schlägt Jakov Thon einen Transfer der Palästinenser vor - „aber heimlich“.
Yosef Weitz (JNF),am 20.12.40:” It must be clear that there is no room in the country for both people ... not one village must be left, not one (bedouin) tribe.” (B. Morris, “1948 and after” Chpt.4)
1948 wurde bei der Teilung des Landes die einheimische Bevölkerung nicht nach ihrer Meinung gefragt, als ob sie nicht vorhanden wäre, und 1969 behauptet Golda Meir gegenüber der Sunday Times: „Es hat niemals ein palästinensisches Volk gegeben.“
Dies behauptete sogar eine britisch-jüdische Studentengruppe im Mai 2005 ernsthaft im Internet, zitiert von „honestly concerned“.
Die Palästinenser, die 1948 in Israel blieben, werden auch nicht Palästinenser genannt, sondern Araber, oder „sog .israelische Araber“ Sie sind Bürger 3. Klasse mit einigen demokratischen Rechten - aber längst nicht mit allen, obwohl ihnen in der Unabhängigkeitserklärung vom 14.Mai 1948 die „volle soziale und politische Gleichberechtigung ... garantiert“ wurde
Immer wieder gibt es Überlegungen, wie man sich ihrer entledigen kann (s.o.).
Rabin: „Ich wünschte eines Tages aufzuwachen und zu erfahren, dass der Gazastreifen im Meer versunken ist.“ Was für ein ungeheuerlicher Wunsch für 1,3 Mill. Menschen! ... ... ... 2. Nicht-Menschen, Namenlose, Present-Absentees
Die Palästinenser werden als Nichtmenschen, Luftmenschen, Phantome, „Present Absentees“, Namenlose, als „Die Unsichtbaren“ (Ausstellung in Tel Aviv 1989, Rachel Avnery) betrachtet.
Im Negev und in Galiläa gibt es seit 1948 mehr als 45 Beduinen-Ortschaften als „nicht anerkannte Dörfer“ (80.000 Bew.). Diese werden also nicht mit Strom, Wasser, Schulen, Straßen, Verkehrsanbindung, auch nicht medizinisch versorgt (Gideon Levy, 1.06) - als ob sie nicht vorhanden wären. Diese Nicht-Menschen werden aber noch als Billigstlohnarbeiter für Dreck-/Schwerarbeiten ausgenützt - nach Yoram Binur und Ilan Pappe als „Sklavenarbeiter“. Herzl wollte sie vor dem Transfer noch zur Vernichtung von wilden Tieren, Schlangen u.ä. ausnutzen ... „Palestinians are no people“ sagt ein Soldat, der bei Salim im Okt. 05 Palästinenser an ihrer Olivenernte behindert. (ISM). „Palestinian civilians are simply Not-Jews“ (Neta Golan, 4.3.06) … … … 9. Man kann sie töten
Man kann sie töten („shoot to kill!“) - täglich „nur“ einen oder ein paar - es sind ja nur Palästinenser, die Amalekiter von heute - ein schreckliches Beispiel: „A soldier picks the 3 years-old, holds him overhead and smashes him to the ground“ (vgl. Psalm 137,9) (Beit Lahiya, 3.3.88, PHRIC); und Scharfschützen dürfen sie einfach abknallen; „executed in cold blood in their own homes“ (Aloni), sogar Kinder (700), da sie angeblich eine (Spielzeug-)Waffe trugen, auf dem Schulweg, im Klassenraum waren, beim Taubenfüttern von Scharfschützen und Undercover-einheiten, aus Hubschraubern, Panzern ...; durch „Bestätigung des Tötens“ kann ein ganzes Magazin in einen Kinderkörper entleert werden (Khan Yunis, Okt. 2004). (Vgl. Gideon Levy: Schießplatz der IDF; 15.2.04 u.a.) vgl auch „Don't worry - it's just another Palestinian Child's death! (Defense for Children International, Leigh Brady 31.3.06). Chris Hedges (New York Times) schreibt über Erfahrungen im Gazastreifen:“... dass Soldaten Kinder wie Mäuse in eine Falle gelockt und sich einen Spaß daraus gemacht haben, sie zu ermorden, das hatte ich noch nirgendwo gesehen“. ... ... ...
vollständig auf -.> http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-iran-0018.html
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