Mathias Bröckers
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Writersblog von Mathias Bröckers.
15. April 2008
Der große Bio-Sprit-Schwindel - und die Alternative: Hanf!
Vor dreizehn Jahren, im Mai 1995, schrieb ich einen kleinen Artikel über den großen Bio-Diesel-Schwindel, , die Tatsache, dass Mineralöl-,- und Autoindustrie damals begannen, Pflanzenöl in einem mehrstufigen chemischen Verfahren zu Methylester zu verwandeln - unter Einsatz von Methanol (einem Erdgasprodukt), unter Zurücklassung von Abfall (Glyzerin) und in großtechnischen, zentralen Anlagen. Als “Schwindel” bezeichnete ich das deshalb, weil Rudolf Diesel seinen Motor seinerzeit ausdrücklich für den Gebrauch von Pflanzenölen konzipiert – und ein alter Mercedes mit einem Elsbett-Dieselmotor gerade mit einem Verbrauch von 3 l Pflanzenöl auf 100 km eine Öko-Rallye gewonnen hatte. Dennoch behauptete die Industrie, das Pflanzenöl müsse durch die aufwändige “Veredelung” an die moderne Motorentechnik angepaßt werden . Dass die Diesel-Motoren seitdem nicht massenhaft mit der preiswerten Elsbett-Einspritzung versehen wurden, hat indessen seinen Grund nicht in der Technik, sondern im Geschäft: “Das allseits beschworene CO2- neutrale 3-Liter-Öko-Auto existiert, es könnte mit dem Elsbettmotor morgen gebaut werden; nur würde das Milliardenimperirum der petrochemischen Industrie dadurch in den Grundfesten erschüttert. Denn auf 30 Millionen Hektar stillgelegter Flächen in der EU könnten jährlich 30 Millionen Tonnen Treibstoff wachsen, und jeder Bauer könnte eine freie Tankstelle eröffnen - ohne ein Gramm Chemie, ohne Preisdiktat durch die Biodiesel-Raffinerien.”
Das ist jetzt fast 13 Jahre her, mittlerweile gibt’s den “veredelten” Biodiesel an fast jeder Tankstelle, die Mineralölkonzerne verdienen prächtig daran und kein Schwein regt sich mehr über diesen Irrsinn auf. Stattdessen macht eine neue Diskussion weltweit Schlagzeilen, dass nämlich Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen zu Lebensmittelteuerung und Hungernöten führt – und das ist kaum weniger absurd. Diesesmal geht es weniger um Pflanzenöle, sondern um die Energiegewinnung aus Biomasse und das stets angeführte Horrobeispiel, dass dafür Regenwald gerodet und wertvolle Nahrungspflanzen verloren gingen. Dies mag an einigen Orten in Südamerika sogar zutreffen, wo Zuckerrohr auf gerodeten Waldflächen angebaut wird und statt zur Ernährung zur Gewinnung von Flüssigalkohol (Ethanol) verwendet wird. Dennoch existieren zum Beispiel in der EU nach wie vor diese Millionen Hektar stillgelegter, ungenutzter Landwirtschaftsflächen und es macht absolut und uneingeschränkt Sinn, diese auch zur Energieversorgung zu nutzen. Allerdings nur, wenn geeignete Pflanzen dafür verwendet werden – doch die heißen nicht Mais, Weizen oder Raps, die in der aktuellen Debatte permanent genannt werden Die mit Abstand beste Energiepflanze allerdings– die nebenbei auch noch hunderte anderer Produkte liefert – bleibt in dieser Debatte außen vor: es ist Hanf. Keine andere Pflanze liefert mehr Biomasse und d.h. mehr Energie pro Hektar. Hanf wächst in 100 Tagen über 4 Meter hoch, benötigt keinerlei Pestizide, ist die beste Vor- und Zwischenfrucht für andere Pflanze und liefert außer Energie noch hunderte anderer wertvoller Produkte.
In zwei etwas längeren Artikeln - hier und hier - habe ich über die Unverzichtbarkeit von Hanf im Zeitalter von “Peak Oil” geschrieben, vor drei Jahren. In zehn Jahren melde ich mich dann wieder um zu berichten, was daraus alles (nicht) geworden ist. Bis dahin - heiter weiter....
Lesezeichen setzen.
Kommentare
Beitrag von volxapostel / Veröffentlicht um 18:28 - 15.04.08
Du sprichst mir aus der Seele: Gebt das Hanf frei !!! Es wird seit Jahrzehnten ohne ordentliches Gerichtsverfahren gefangen gehalten. Dabei ist es(sie) unschuldig.
pax nubiscum (lat. friede sei mit uns)
...und mit Dir meine süsse Hanfpflanze.
Beitrag von demo48 / Veröffentlicht um 23:14 - 15.04.08
Na bitte, lieber MB, dann haben wir wohl beide schon einmal in einunddemselben, phantastischen Auto gesessen. Zwar zu unterschiedlichen Zeiten, aber bei der Firma ELSBETT-Motoren in Thalmässing, nahe Nürnberg, und haben unsere Runden auf der Teststrecke gedreht, die sich - bei meinem Besuch 1987 - auf dem Dach der Firma befand. Ein sehr überzeugendes Erlebnis!
Um den derzeit diskutierten Öko-Schwindel noch besser durchleuchten zu können, hier ein interessanter LINK, der alle kritischen Denker mal wieder einer 'Verschwörung' bezichtigen könnte. Wenn sich die Menschen informativ doch bloß einmal darauf reduzieren könnten, ganz einfach Fakten statt Propaganda zu akzeptieren. Aber nein, doch dafür "Auf, ins Dschungelcamp!"
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/752683/
Und wer mehr über die genialen ELSBETT-Motoren erfahren möchte, der rufe einfach noch folgenden LINK auf und staune:
www.elsbett.com
Erzähle mir noch mal einer, wir würden nicht beschissen...
demo48
Beitrag von Beat Conradin Oschwald / Veröffentlicht um 13:50 - 16.04.08
Dito. Schon seit zwanzig, ach was - länger, Jahren predige ich es, in allen Gesellschaftsschichten, -kontexten, -vereinigungen -bereichen. In der Presse von janz oben bis klitzeklein. Privat und öffentlich, Zuhaus und im Büro. Und was geschieht? Attackiert, Verjagt und verhöhnt werde ich. So sieht das aus. Um es mal konsequent auf den Punkt zu bringen.
Selbst wenn ich den Bauern hier um meine Hütte herum, mit klaren Beweisen komme. Einer in etwa 20 Km entfernung baut Wein mit einem speziellen, total schlichten und hocheffizienten System an, es wäre sogar deutlich kostengünstiger. Keine Sau interssiert sich dafür. Ha, was solle denn d'leut sage, kannsch doch ned aifach was annersch mache. Es ist zum heulen. Aber es ist auch amüsant. Es ist so - menschlich.
Dem Elsbett allerdings kann man nur empfehlen nach China zu gehen, mit seinen Sachen, er würde sich wundern - und die Ölmafia hinterher auch.
Grüssle aus dem Schwabenlande.
Beitrag von Shin / Veröffentlicht um 15:21 - 17.04.08
Hi, ich denke Bio-Sprit/Pflanzenöl ist ein zwielichtiger Treibstoff. Wie wir derzeit sehen können, bewirkt die Unterwerfung lokaler Rohstoffmärkte unter den Welthandel eine Preisfindung an der Börse. Die daraus resultierenden Ungerechtigkeiten können wir bspw. gerade in Ägypten sehen, wo die Menschen bereits für Brot auf die Strasse gehen. Mexikaner können sich ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten, weil der Maispreis explodiert ist, usw.
Ich sag nur: "Zum Glück schmeckt Erdöl nicht!"
Shin
Beitrag von Beat Conradin Oschwald / Veröffentlicht um 12:31 - 18.04.08
Das mit der Preisexplosion an den Rohstoffmärkten ist mit nichten auf die gestiegene Nachfrage wegen der Treibstiffproduktion zurückzuführen!
Es ist ausschliesslich ein Effekt der Unsicherheit am Finanzmarkt. Der nämllich verabschiedet sich gerade. In solchen Phasen sind derartige Effekte normal. Man beachte, dass die Rohstoffe allgemein sprunghaft gestiegen sind und dies weiter tun werden. Auch Öl und Edelmetalle haben absolute Rekorde im Preis verbucht - und sie steigen weiter. Der weltweite Finanzbetrug seit der Ära Reagan/Thatcher ist die Ursache, nicht die mickrigen paar Tonnen Mais, die zu Kraftstoff verarbeitet werden. das ist Augenauswäscherei zu Lasten, wieder, der Alternativen.
Augen auf! Ich sags jetzt mal krass: Ihr werdet alle betrogen, und zwar um eure Zukunft und um die eurer Kinder. Und zwar von euch selber, von eurer bequemlichkeit und Ignoranz, von eurer Gier und eurer ängstlichen Erbämlichkeit Wenn sich niemand wehrt wird es eine scheussliche Katerstimmung sein, am Beginn des nächsten Jahrzehnts. Und einige Familien werden sich ins Fäustchen lachen, mit gemeinstem Gekichere. Ich bin Schwarzseher? Ja? Bisher sind meine Prognosen noch alle eingetreten. Aber es muss mir ja keiner zuhören.
So, und jetzt bin ich wieder gaaanz lieb ;-)
Herr Bröckers, ich weiss nicht, ob sie Ostern in Basel den Vortrag von Baba Rampuri gehört haben, oder die Worte von Kajuyali Tsamani am Samstag Morgen. Die Zwei haben es, jeder für sich, sehr schön auf den Punkt gebracht, was gerade "wirklich" läuft. Ersterer am Beispiel einer Pilgerfahrt zu Mammon und der Andere am Kokainkonsum unserer "Elite". Vielleicht sollte man Transkriptionen dessen veröffentlichen.
Beitrag von Jörg Cappallo / Veröffentlicht um 22:23 - 21.04.08
Ich bin sicher, dass diese Alternative auch den Politikern bekannt ist. Solange diese jedoch am Tropf der Industrie hängen, die kein Interesse an dieser Kulturpflanze hat, bzw deren Ausbreitung auf andere Gebiete als Baustoff und Bekleidung.
Speziell in Deutschland will wohl insbesondere die chemische Industrie keinen Hanf, weil Hanf kaum oder keine Pestizide braucht. Die chemische Industrie in Deutschland hat mit den IG-Farben schon einmal die Verantwortung für Millionen Tote gehabt. Nun hat sie die Verantwortung für mind. 100 Millionen Tote und unser Hosenanzug spricht davon, dass Inder besser nicht zweimal am Tag essen sollten. Alles klar? Das Strafgesetzbuch sieht für sowas unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge vor.
Beitrag von luky / Veröffentlicht um 10:32 - 19.05.08
Hallo. Ich wollte nur kurz auf den Prozess gegen Steffen Geyer hinweisen, der heute stattfindet.
http://julia-seeliger.de/angeklagt-hanfanbau-vor-dem-brandenburger-tor/
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