Mathias Bröckers
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Writersblog von Mathias Bröckers.
20. September 2008
Die Zeitbombe.
Die Grafik macht auf einen Blick klar, um was es bei der derzeitigen Finanzkrise eigentlich geht: es geht NICHT um die Realwirtschaft - die Produktion und den Handel mit Gütern - es geht NICHT um die Börse als Instrument der Kapitalbeschaffung für die realwirtschaftliche Produktion, es geht auch NICHT um die Ersparnisse des kleinen Mannes - auch wenn Realwirtschaft, Börse und private Sparkonten von der sich abzeichnenden Katatstrophe schwerst getroffen werden. Die Ursache der Krise liegt in jenem Überbau der Realwirtschaft, in dessen Wett-Casino eine gigantische Blase von Derivaten enstanden ist, die mittlerweile zehnmal so groß ist wie das auf der ganzen Welt real erwirtschaftete Bruttosozialprodukt. Es sind also nicht die 2 Millionen Häuslebauer,- und käufer in den USA, die die Weltwirtschaft in den Abgrund reißen weil sie ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können - es sind die um ein Vielfaches höher liegenden Wetten, die auf den Ausgang dieses Hypothekenrisikos geschlossen wurden und die jetzt geplatzt sind. Die Freunde der Privatisierung, Deregulierung und Globalisierung, die dieses unkontrollierte Derivat-Casino in den vergangen 20 Jahren zuerst erschaffen und dann zu einem Monster hochgepeppelt haben, können sich (noch) die Hände reiben – das Monster ist zu groß, als dass man es jetzt einfach ins Nichts stürzen lassen könnte, Deshalb müssen Regierungen und Zentralbanken, ob sie wollen oder nicht, jetzt einspringen und “Liquidität” in den Markt pumpen, d.h. Geld aus dem Nichts erschaffen. Letzte Woche produzierte die Federal Reserve so an einem einzigen Tag 240 Milliarden Dollar und verteilte sie an Banken weltweit, die daraus dann ca. 2,4 Billionen neuer “Kredite” schaffen, um weiter so tun zu können, als ob in Sachen Geld alles in Ordnung sei. Doch das ist es natürlich nicht – und wie an der massenvernichtenden Bombe oben zu sehen sind solche “Hilfsmaßnahmen” nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie bringen allenfalls einen kleinen Zeitgewinn – bis die Präsidentenwahl erledigt und ein neuer Krieg im Mittleren Osten vom Zaum gebrochen ist. Denn wo kämen wir hin, wenn die Zocker und Profitgeier des Casinos ein Dauerthema bleiben, immer mehr Menschen diesen legalisierten Betrug durchschauen und nach wirklich geeigneten Maßnahmen (Tobinsteuer, Spekulationssteuer, Bankenkontrolle, Geldreform) schreien würden. Dann (und nur dann) ginge es den 10%, die über 85% allen Geldes gebieten (siehe Eintrag von gestern), wirklich ans Eingemachte, doch das werden sie mit allen Mitteln zu verhindern suchen.
Kommentare
Beitrag von FNORD / Veröffentlicht um 18:10 - 20.09.08
Dazu ein Großzitat aus Bordieus "Über das Fernsehen":
"Das Bemühen um Unterhaltsamkeit tendiert dazu, immer dann, wenn sich ein wichtiges, aber scheinbar langweiliges politisches Problem einstellt, die Aufmerksamkeit auf ein spektakuläres Ereignis (oder einen Skandal) umzulenken, ohne daß dies explizit gewollt sein muß - oder, subtiler noch, die sogenannte »Aktualität« auf eine Abfolge unterhaltsamer Ereignisse zu reduzieren, die oft, wie beispielhaft bei dem Prozeß gegen O.J. Simpson, auf halbem Weg zwischen der »Vermischten Meldung« und der Show liegen; auf eine ungereimte Abfolge von Ereignissen, die nichts miteinander zu tun haben und bloß von den Zufällen chronologischer Koinzidenz zusammengebracht werden, ein Erdbeben in der Türkei und die Vorstellung von Kürzungen im Staatshaushalt, ein Sieg im Sport und ein Sensationsprozeß, und die man dadurch vollends ad absurdum führt, daß man sie auf das herunterbringt, was sie augenblicklich, aktuell vorstellen, und sie von ihrer ganzen Vorgeschichte wie von ihren Konsequenzen abschneidet. Daß jedes Interesse für unmerkliche Veränderungen fehlt - für alle Prozesse nämlich, die, wie das Auseinanderdriften der Kontinente, lange unbemerkt bleiben und ihre Auswirkungen erst mit der Zeit ganz offenbaren -, vermehrt die Effekte der strukturellen Amnesie, der die Logik eines Denkens Vorschub leistet, das nur von einem Tag zum anderen reicht, und die Konkurrenz, die dazu zwingt, das Wichtige mit dem Neuen (dem Scoop) zu identifizieren, und die Journalisten, diese Tagelöhner des Alltäglichen, zur Produktion einer Wiedergabe der Welt verurteilt, die sie als diskontinuierliche Abfolge von Momentaufnahmen erscheinen läßt.
[...]
Dieser enthistorisierte und enthistorisierende, atomisierte und atomisierende Blick findet seinen paradigmatischen Ausdruck in dem Bild, das die Fernsehnachrichten von der Welt geben: eine Abfolge scheinbar absurder Geschichten, die sich schließlich alle ähneln, ununterbrochene Aufmärsche dem Elend anheimgegebener Völker, eine Reihenfolge von Ereignissen, die, unerklärt aufgetaucht, ungelöst verschwinden werden, heute der Kongo, gestern Biafra, morgen der Sudan, und die, jeder politischen Zwangsläufigkeit enthoben, allenfalls ein vages humanitäres Interesse auszulösen vermögen.
[...]
Das Gefühl, die Welt, wie das Fernsehen sie zeigt, biete dem gewöhnlichen Sterblichen keine Handhabe, verbindet sich mit dem Eindruck, daß das politische Spiel ähnlich wie der Hochleistungssport mit seiner scharfen Trennung zwischen Praktizierenden und Zuschauern eine Sache für Profis ist, und bestärkt vor allem bei wenig Politisierten die fatalistische Ablehnung jeden Engagements, die natürlich der Konservierung der bestehenden Verhältnisse dient."
Es wird in nächster Zeit sehr viel Ablenkung erforderlich sein, damit selbst die Merkbefreitesten nicht irgendwann sagen: "Waiiiit a minute ...", sich die Äuglein reiben und sich ein Leben ohne unsichtbare Fesseln vorstellen. Man wird gnadenlos personalisieren, Sündenböcke auffahren - alles, um vom Fehler im System abzulenken. Rubbeldiekatz sind's auch schon mal die Kleinanleger, die schuld sein könnten, wer weiß das schon so genau bei diesem komplexen System, über das wir uns alle besser nicht die Köpfchen zerbrechen (Schau mal, ein Politiker hat wieder was Dummes gesagt! Und Promi X war gestern total besoffen! Außerdem werden wir morgen alle sterben! Gefahr! Gefahr!) : http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,578882,00.html
PS: http://news.google.de/news?q=o.j.+simpson
Wahrscheinlich nur Zufall ...
Beitrag von Zorro / Veröffentlicht um 21:45 - 20.09.08
Ein Gewinner der "Finanzkrise" steht jetzt schon fest: Goldman Sachs. Seit 1993 stellen deren Leute die US-Finanzminister. Die Aufhebung des Glass-Steagall-Gesetzes 1999 entsprach der Wirkung des späteren 9/11-Terroranschlags. Das Gesetz stammte noch aus dem New Deal Anfang der 1930er-Jahre, man wollte damit verhindern, dass die Banken die Geschäfte der Maklerfirmen übernehmen und umgekehrt und sich so mit Insiderinformationen auf Kosten der Käufer bereichern. Näheres hier: http://info.kopp-verlag.de/news/der-finanzielle-tsunami-teil-iii-greenspans-grosse-strategie.html
Als letzte Woche reihenweise alte Investmentbanken wegen den Geschäften mit ungedeckten Derivaten absoffen, wies Goldman Sachs feist und frech immer noch Gewinne aus (warum steht weiter unten), und in der Presse orgelte man trotzdem von einer weiteren Katastrophenmeldung: "Gewinn bei Goldman bricht um 71 Prozent ein": http://www.welt.de/finanzen/article2453371/Gewinn-bei-Goldman-bricht-um-71-Prozent-ein.html
Der katastrophale Anstieg des Ölpreises in diesem Jahr geht auch auf die Goldman Sachs-Konten. Der weltweit meistverwendete Rohstoffpreisindex GSCI wird von ICE-Futures kontrolliert, einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Atlanta Georgia International Commodities Exchange (Internationale Warenbörse), die wiederum von Goldman Sachs, Morgan Stanley, JP Morgan Chase, Citigroup, Deutsche Bank, UBS begründet worden ist. Näheres hier: http://info.kopp-verlag.de/news/der-wahre-grund-fuer-den-hohen-oelpreis.html
Kurz nachdem 2006 Goldman-Chef Henry Paulson Finanzminister geworden war, befreite die Bush-Regierung diese ICE-Warenterminbörse von der Aufsicht der CFTC (US-Aufsichtsbehörde für den Warenterminhandel) und ermöglichte dadurch erst die heurige Ölpreisexplosion. Weiterhin notwendig war auch eine Medienmanipulation, d.h. das Füttern der Wirtschaftsjournalisten mit Hysterie-Meldungen und Horror-Prognosen zum angeblich knappen Erdölangebot. »US-Ölvorräte sanken in der vergangenen Woche um …« oder »Chinas Ölbedarf so hoch wie nie zuvor« ließ Goldman Sachs verbreiten. ("Peinliche Ölpreis-Prognosen. Er sinkt! Er steigt! Er bleibt!" http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,526617,00.html) Dabei spielt die Peak-Oil-These eine zentrale Rolle.
Beitrag von Mini Nuke / Veröffentlicht um 00:27 - 21.09.08
Lieber Mathias,
Du leidest unter dem grundsätzlichen Problem, dass Du nicht nur kein Verständnis für die Realität besitzt (Verschwörungsdenke), sondern auch kein Verständnis für irreale Dinge wie Volkswirschaft ;)
Grüße aus NYC M.N.
Beitrag von demo48 / Veröffentlicht um 04:33 - 21.09.08
Man lese...
http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2008/39.html
demo48
Beitrag von Beat Conradin Oschwald / Veröffentlicht um 11:36 - 21.09.08
Die Natur findet einen Weg!
Zitat aus "Jurassic Park" auf die Bemerkung, die Monster seinen nicht fähig sich selber zu vermehren. Für das Umgekehrte gilt dies aber auch.
Beitrag von Peter Sturm / Veröffentlicht um 16:03 - 22.09.08
Ein 11. September ohne Terroristen?
"What happened on September 18-19 took years of preparation, capped by a faux ideology crafted by public-relations think tanks to be broadcast under emergency conditions to panic Congress - and voters - right before the presidential election. This seems to be our September election surprise. Under staged crisis conditions, Pres. Bush and Treasury Secretary Paulson are now calling for the country to come together in a War on Defaulting Homeowners.
...
The largest transformation of America's financial system since the Great Depression has been compressed into just two weeks, starting with the doubling of America's national debt on September 7 with the nationalization of Fannie Mae and Freddie Mac. " http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=10279
Beste Grüße
Beitrag von Peter Sturm / Veröffentlicht um 18:37 - 22.09.08
Auch Danny Schechter nennt es beim Namen.
"Our Financial 9/11: Can They Save the System? "
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=10285
Beste Grüße
Beitrag von Sitting-Bull / Veröffentlicht um 12:24 - 25.09.08
Die aktuelle Zahl lag bei über 1 Trillion US-Dollar, die Zunahme lag daran, dass alle Welt sich gegen den Derivate-Crash mittels Derivaten (Credit Default Swaps) versichert hat. Hihihi. Keiner weiß, wer, wie viel, was versichert, bzw. wettet, und die sämtlichen Wetten sind insgesamt vielleicht nur bei 20 Instituten gesetzt. Schon mal was von Gegenpartei-Risiko gehört? Es dürfte allein aus der Insolvenz von Lehmann Brothers ziemlich ungemütlich werden. Es gibt keine konkreten Zahlen, wie hoch die Wetten darauf waren, aber logischerweise gibt es die meisten CDS immer gegen die schlechtesten Firmen. Nun haben wir den Fall: 20 Versicherer haben jahrelang Prämien kassiert, haben Milliarden Policen abgeschlossen, niemand hat sich je um irgendetwas gekümmert wie Rücklagenpflicht oder Höchstversicherungsbegrenzung, und nun wollen alle ihr Geld sehen, der Schadensfall ist eingetreten. Nun wird es richtig spannend: Ich schätze mal, es gibt zusätzlich zu den 600 Mrd. Vermögenswerten, die durch die Insolvenz von Lehmann arg im Wert verloren haben dürften, Wetten in gleicher Größenordnung gegen irgend welche der Broker, Dealer und Banken, die mit dem Derivate-Schrott 2 Jahrzehnte lang Milliarden verdient haben. Wer muss wie viel zahlen? Wer geht allein daran zu Grunde?
Die 700 Mrd. des US-Steuerzahlers werden nicht reichen. Nicht mal ansatzweise. Wir reden hier mittlweile über Contagion verursachte systemweite Verluste durch den systemischen Betrug in Höhe von 4-5 Billionen. Bis jetzt! Das Ende der Derivate hat erst begonnen, die gesamte Trillion wird sich in Luft auflösen! Was sie immer war!
Man MUSS einfach den Frank Partnoy kennen- und ein intuitives Gefühl dafür entwickeln, was da läuft!
Beitrag von Rheinbogen / Veröffentlicht um 20:25 - 25.09.08
Nach wie vor fehlt in der ganzen Diskussion die elementare Erkenntnis, dass letztlich der "American Way" die Krise ermöglicht und damit auch die Gewinner zu Gewinnern gemacht hat. Obama hat heute von den "unschuldigen amerikanischen Bürgern" gesprochen und damit diejenigen gemeint, die sich seit Jahr und Tag alles geleistet haben, was sie sich gar nicht leisten konnten und sich nie fragten, warum sie ständig neue Angebote für Kreditkarten bekamen und diese auch exzessiv nutzen konnten. Die ohne jede Absicherung gekauften Häuser sind ja nur ein besonders krasses Beispiel für ein System, das den Mittelstand bei Laune hielt, sich um die Unterschicht nicht zu kümmern brauchte (weil diese klein genug gehalten werden konnte und mehrheitlich glaubte, es irgendwann vom Tellerwäscher zum Millionär zu bringen, und sei es mit Gottes Hilfe) und die Elite auf diese Weise unbehelligt ließ. Es kommt den Amerikanern aber immer noch nicht in den Sinn, dass dieser Lebensstil und diese Konsumgesellschaft nicht dauerhaft funktionieren können. Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Leute von ihrer Regierung erwarten, dass bald wieder alles auf Pump gekauft werden kann und der vorherige Zustand wieder hergestellt wird. Und genauso bin ich überzeugt, dass die Politik genau das auch versucht. Schon alleine deshalb, weil nur der Glaube an God's own country, an das beste Land der Welt, an angebliche Demokratie und Freiheit, die Amerikaner bei Laune halten kann. Würde sich das ändern und die Leute das System tatsächlich hinterfragen und für echte Änderungen gar auf die Straße gehen, wäre es mit dem bequemen Leben der Elite schnell vorbei. Die im Vergleich zur restlichen Welt relativen Freiheiten der Bürger der westlichen Länder werden nur gewährt, weil man herausgefunden hat, dass es so am wenigsten Aufbegehren und Revolutionsphantasien gibt. Sobald diese Freiheiten zur Bedrohung für die Mächtigen würden, wären sie in Nullkommanix abgeschafft. Der einfachere Weg ist allerdings der bisherige, denn der hat einige Jahrzehnte lang hervorragend funktioniert. Deshalb das prinzipielle (und bei allen anderslautenden Worthülsen auch aus dem Deutschen Bundestag) "Weiter so".
Beitrag von demo48 / Veröffentlicht um 02:39 - 26.09.08
Verständnis, egal für was, setzt immer eine gehörige Portion an Informationen voraus, um dann selbst erbracht werden zu können. Insofern ist es m.E.n. nicht allzu verwunderlich, daß sich 'alle Welt' die Frage stellt, wie es überhaupt soweit kommen konnte, und dann scheinbar auch noch 'aus ach so heiterem Himmel'. Lief doch bisher alles ganz prima, zumindest aus der Sicht des kleinen Steuerzahlers und Fondanteilebesitzers, der jetzt wieder einmal in der Geschichte mehrmals zur Kasse gebeten wird. Zum einen dadurch, daß seine Anteile oder Aktien im Keller versunken sind. Zum anderen, weil die ausgeraubten Banken 'verstaatlicht' werden, um überhaupt noch den Glauben an den Mammon in den jeweiligen Bevölkerungen aufrechterhalten zu können.
Derartige 'Crashes' passieren aber zumeist dann, wenn sich der 'kleine Mann' einreden ließ, daß es doch viel bequemer für ihn sei, wenn sich 'Experten' um die Beantwortung jener Fragen kümmern, wovon er selbst – mangels notwendigem Wissen - ohnehin bisher keine Ahnung hat oder haben sollte. Doch auch hier wäre es hilfreich gelernt zu haben, was im Volksmund der Russen so zum Ausdruck gebracht wird: "Vertraue, aber prüfe nach!" bzw. wie Lenin nachgesagt wird: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!" - http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen_ist_gut,_Kontrolle_ist_besser
Ich meine, daß sich hier mindestens zwei Faktoren als schädlich erwiesen haben. Erstens, was bei so- und oft selbsternannten 'Experten' immer naheliegt, daß diese es mit der von ihnen erwarteten Offenheit nicht so ganz wörtlich nehmen und allzu häufig nach dem Motto verfahren: "Was der andere nicht weiß, macht ihn nicht heiß!" So bleibt man mit etwas Glück 'der Experte'. Zweitens bleiben einem auch noch genügend 'Türchen' offen, um sich notfalls geschickt 'rausreden' und dadurch im Bereich »unverantwortlich« 'einparken' zu können, bis alles wieder vergessen ist. Mit der Konsequenz, daß der Schwachsinn wenig später von vorne beginnen kann, nicht selten sogar mit den gleichen, 'volksschädlichen' Zutaten.
Vielleicht sollten auch in diesen Fällen studierte Mediziner statt sogenannte Volkswirte zurate gezogen werden. Für erstere wäre es bei einem derartigen, inzwischen offenkundigen 'Unwohlsein' nichts besonderes, sich als erstes eine 'Stuhlprobe' geben zu lassen und diese – zwecks ANALyse - ins Labor zu geben. Sollten sich hier Auffälligkeiten finden lassen, war der 'Scheiß' immerhin dahingehend aufschlußreich, daß mit dem ihn produzierenden ORGANismus irgend etwas nicht stimmen kann und die einzelnen Organe auf ihre Funktion hin überprüft werden sollten, zunächst durch eine Blutanalyse, da dieser Saft ja durch alle beteiligten 'Institutionen' fließt. Liegt der 'Hase' hier nicht 'im Pfeffer', würde sich die berechtigte Frage ergeben, ob möglicherweise mit der Ernährung etwas geändert werden müßte. So würde ein Mediziner verfahren, für ihn ganz selbstverständlich, um der Krankheit auf die Spur kommen zu können.
Nun haben wir eine andere Art von 'Scheiß' und nennen es kurzerhand »Finanzkrise«, handeln aber nicht so, wie es ein Mediziner angehen würde. Statt ANALytisch 'rückwärts' zu gehen, um dadurch möglichen, 'organischen' Fehlfunktionen auf die Schliche zu kommen, reichen die Maßnahmen von 'wisch & weg' (der entstandenen Schulden) bis hin zu milliardenschweren 'Organtransplantationen', indem marode Finanzinstitutionen kurzerhand verstaatlicht werden.
Vielleicht liegt unser ausgebrochenes 'Unwohlsein' ja auch ganz woanders? Möglicherweise haben wir uns medial und kindlich glaubend an so einer Art 'finanziellem Fleischskandal' vergiftet, weil wir uns ganz bequem nur nach der uns vorgeschriebenen 'Etikettierung' gerichtet und alles geglaubt haben, was uns Heerscharen von 'Finanzexperten' allenthalben anpriesen. Hätten wir den uns verkauften, längst nicht mehr genießbaren 'Braten' nicht doch schon wesentlich früher riechen können, wäre alles nicht bloß so herrlich bequem gewesen?
Wer wissen möchte, wie alt dieser nunmehr verdorbene 'Braten' wirklich ist, der sollte unbedingt folgenden Artikel mit einer gehörigen Portion an Phantasie lesen, um sich die eigene Verwunderung gegen besseres, eigenes Wissen eintauschen zu können:
http://info.kopp-verlag.de/news/der-finanzielle-tsunami-teil-iii-greenspans-grosse-strategie.html
Gesundheit!
demo48
Beitrag von Zorro / Veröffentlicht um 17:23 - 26.09.08
An Tagen, wo die Welt am Abgrund taumelt, gibt's immer noch Millionen von Idioten, die lieber im Fernsehprogramm herumgrabbeln, ob abends ein Krimi gesendet wird. Die Frage ist in aller Kürze, ob sich beim 700-Mrd-$-Ermächtigungsputsch von Paulson
("Vorsicht: finanzpolitischer Faschismus": http://www.handelsblatt.com/journal/meinung/_b=2048833,_p=163,_t=ftprint,doc_page=0;printpage US-Finanzminister Paulson. Alleinherrscher im schwarzen Loch: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/688/311609/text/ )
das Bild wie untenstehend in Gänze oder "nur" in Teilen erfüllen wird: http://www.inwo.de/pics/hubschrauber_gross.jpg
Erst befürchtete ich, in Washington gibt es keine Lobby mehr für die Industrie, aber endlich sind sie aufgewacht und haben keine Lust mehr, bedingungslos den völlig verrückt gewordenen Finanzsektor zu sanieren ( http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE48P00A20080926 ). Jetzt wird es noch einmal richtig spannend: inwieweit wird den parasitären Derivate-Zockern das Leben schwer gemacht werden?
Derweil hat der reichste Mann der Welt, Warren Buffet, schnell mal mit dem Scheckbuch gewedelt und good ole Paulsons Bank Goldman Sachs mit einem 5 Mrd. $-Aktien-Kauf spektakulär geholfen - bei einem Rabatt und einer garantierten Dividende von 10% [!!!] .... . (Buffett zaubert: http://www.zeit.de/online/2008/40/buffett-goldman-sachs http://www.welt.de/welt_print/article2489947/Warren-Buffett-hilft-Goldman-Sachs.html ) Zwei fette Batzen mit einem Schlag: Buffet gilt damit weiterhin als Mutter Teresa der Finanzhaie und er beteiligt sich an der sicheren Einnahmequelle der Ölpreisexplosion, die Goldman Sachs ebenfalls kontrolliert (siehe meinen Blog-Kommentar eins weiter oben).
Krimi ohne Ende: McCain will heute abend nur dann an der TV-Debatte gegen Obama teilnehmen, wenn sich der Kongress über das Hilfspaket für die angeschlagenen Banken einigt. Damit erhöht er den Druck auf seine störrischen Republikaner-Kollegen, die Demokraten hat schon Paulson bekniet: ("Finanzkrise. US-Finanzminister fällt vor Demokratin auf die Knie": http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,580715,00.html Eklat um Banken-Rettungspaket. Der Kniefall von Washington: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/942/311862/text/ "Der von US-Präsident George W. Bush einberufene Krisengipfel im Weißen Haus endete in einem Eklat. Die Teilnehmer sollen sich angeschrieen haben. Als sich abzeichnete, dass sich die beiden Präsidentschaftskandidaten, Barack Obama und John McCain, nicht einigen würden und das Milliarden-Rettungspaket zu platzen drohte, soll es zu einer dramatischen Szene gekommen sein. [...] Es sei nicht sie [Pelosi], die den Deal platzen ließe, sondern die Republikaner selbst. Der Finanzminister habe seufzend erwidert: "Ich weiß. Ich weiß." ")
Gelingt der Coup von McCain, dann ist er durch Nixtun und Nix-Ahnung zum Superman geworden und gewinnt die Wahlen. Einigen sie sich nicht, tritt er nicht auf und verliert wahrscheinlich durch Nixtun die US-Wahlen. Das wissen auch seine Spezis. Zocker, überall nur Zocker bei den Amis, so weit das Auge reicht...
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