Mathias Bröckers
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Writersblog von Mathias Bröckers.
20. August 2006
Wer gab den Tip ?
Nach den verhinderten angeblichen Liquid-Bombern in London - außer dass ihr "mastermind" sich laut "pakistanischen Geheimdienstangaben" in den afghanischen Bergen hausen soll und ein ziemlich hohes Al Qaida Mitglied gibts nichts Neues - nun die verhinderten Kofferbomber in Deutschland und die Festnahme eines Verdächtigen. "Der Festgenommene sei offenbar Mitglied eines islamistischen Netzwerkes. Der entscheidende Hinweis zur Identifizierung sei von einem ausländischen Geheimdienst gekommen." meldet AP. Wenn das stimmt, wäre es interessant zu erfahren, welcher Dienst den Tip gab, und warum die Bahnsteigvideos erst nach drei Wochen veröffentlicht wurden, als man den "entscheidenden Tip" schon gehabt haben muß. Irgendwie riecht die Sache einmal mehr nach Theater. Dennoch wäre einem jungen Libanesen, der in seiner bombardierten Heimat gerade Angehörige verloren haben soll, eine solche Tat auch zuzutrauen. Die dilettantische Gasflaschen-Bombe spricht für einen Amateur; die im Koffer deponierten, in Richtung Libanon deutenden Elefantenspuren allerdings dagegen, denn so dämlich kann nicht einmal der dümmste Amateurbomber sein. Wenn der Hinweis auf ihn aber tatsächlich von einem ausländischen Geheimdienst kam, würde das Ganze wieder Sinn machen - doch dann spricht einiges dafür, dass es sich nicht um einen echten "Terroristen", sondern um einen nützlichen Idioten handelt.
Kommentare
Beitrag von Joachim / Veröffentlicht um 15:31 - 20.08.06
Dass der entscheidende Hinweis von einem ausländischen Geheimdienst gekommen sein soll, finde ich bei der Qualität der Bilder nicht so interessant.
Spannender ist aus meiner Sicht die Information: "Der zweite mutmaßliche Täter ist nach den Worten von BKA-Chef Jörg Ziercke aber nicht aus Kiel." z.B. http://www.netzeitung.de/deutschland/433716.html Warum sagt Jörg Ziercke verklausuliert, dass die Identität des zweiten Mannes bekannt sei?
Beitrag von karsten / Veröffentlicht um 20:06 - 20.08.06
Da will Deutschland im großen Spiel 'wer hat den größten Terroranschlag' wahrscheinlich ein bischen mitmischen.
Das ist doch ein Affentheater sondergleichen .... wer das Wort Terror in den Mund nimmt, der hat bei mir seine Glaubwürdigkeit bereits verspielt. Nur so bekommt man diesen Terminus wieder aus dem Sprachgebrauch weg.
Beitrag von Andreas / Veröffentlicht um 20:27 - 20.08.06
wenn ich mich mal in die lage dieser angeblichen terroristen hineinversetzte und all meine kriminelle energie aktiviere, würde ich mich bei der planung solch eines attentates folgendermaßen vorgehen. die bombe hätte ich in irgendeiner sandkuhle erstmal ausprobiert, um handwerkliche fehler auszuschließen. so teuer waren die bestandteile nu wirklich nicht, dass ich nicht hätte 10 probeläufe starten können. wenn ich wirklich nicht entdeckt werden wollte, würd ich mir nicht solch einen bahnhof aussuchen, der videoüberwacht wird. wie blöd muß man sein!? ich hät nen bahnhof in hintertupfingen gesucht, wo ich fast unbemerkt einsteigen kann. es ging denen ja nicht wirklich um massen an menschen, denn dann hätte ich zur hauptverkehrszeit reisen müssen. also, hintertupfingen, bienenbüttel, winsen oder sonst wo, wäre echt geeigneter. statt eines zettels mit irgendwelchen hinweisen und einkaufstüten, die in den libanon weisen, würd ich gleich meine gesamten daten inkl. kontonummer hinterlassen, in der hoffnung, sie würden bei der zündung vernichtet. meinen komplizen würde ich dann doch empfehlen, nicht am gleichen bahnhof einzusteigen, oder fehlte ihnen eine mitfahrgelegenheit!? nen schrottigen fiat samt tüv und versicherung könnte die al kaida doch wenigstens zur verfügung stellen, um mich mobil zu machen. dann ist es mir immer noch ein rätsel, wie man ne gasflasche zum explodieren bekommt, außer man dreht persönlich am hahn. oder war es ein sich selbst öffnendes ventil, was aber meiner erfahrung nach mindestens 12V braucht. wieviel power haben die batterien in einem wecker!? ich bitte das bka, mir die originalen gasflaschen zu seminarzwecken zur verfügung zu stellen.
Beitrag von AF / Veröffentlicht um 01:14 - 21.08.06
Welcher ausländische Geheimdienst?
Jedenfalls ist im Zusammenhang mit dem "liquid terror" eine Meldung völlig untergegangen, die mysteriöser Weise nur von Focus am 10.08.06 gemeldet wurde, Zitat:
Entscheidende Hinweise vom Mossad -- Der israelische Geheimdienst hat die entscheidenden Hinweise geliefert, um die groß angelegte Terrorattacke von London zu vereiteln. „Aufgrund dieser Tipps konnte die britische Polizei und der Inlandsgeheimdienst MI5 jetzt zuschlagen und die große Zahl von Verdächtigen festnehmen“, hieß es am Donnerstag aus Kreisen internationaler Geheimdienste. http://focus.msn.de/politik/deutschland/heathrow_nid_33418.html?DDI=3
Beitrag von demo48 / Veröffentlicht um 02:47 - 21.08.06
Egal, ob ich betreffende Artikel in Zeitungen lese oder verlesene Agenturmeldungen im Fernsehen oder Radio höre, immer wieder fällt mir auf, daß hier 08/15-Formulierungen gebraucht werden, die alle Fadenscheinigkeiten offenlassen und Beweise anführen, die ebensogut auch im Nachhinein eingebracht worden sein können.
Mit anderen Worten: KEINE der bisherigen Infos, die unsere individuellen Gedanken und Meinungen zu dieser sogenannten Terrormeldung 'aus-RICHTEN' sollen, beinhaltet definitiv entdeckte Belege dafür, daß es so war. Wir sollten zwischen Tat, Beweis und Belege für eine Tat besser zu unterscheiden bemüht sein. Selbst die sogenannten DNA-Analysen bestätigen lediglich, WEM der Koffer möglicherweise zu recht gehört hat – dem festgenommenen Kofferträger bzw. –zieher. WER diesen und in welchem AUFTRAG bzw. unter welchen (ggf. auch gestellten) BEDINGUNGEN gepackt hat, ist bisher völlig im Dunkeln und keineswegs belegt.
Was will ich damit zu bedenken geben? – Die jüngere und nicht mehr ganz so junge Geschichte ist voll von ge-FAKE-ten Terror- und Horrormeldungen, die sich – wenn die betreffenden Unterlagen erst einmal ihren 'Geheimnis'-Stempel abgelagert haben – im Nachhinein als 'nicht authentisch' herausgestellt haben, sondern eher als Hinweis dafür, WEM die Sache im Einzelfall GENÜTZT hat.
Um aber unsere individuelle, persönliche Meinung zu diesen sogenannten 'Terror-Attacken', die - wie in diesem Fall auch - noch gar keine waren, der bestmöglichen Wahrheit anzunähern, wären weit mehr Indizien, Fakten, Motive und Zusammenhänge derselben notwendig zu wissen als die Vorgaben, mit denen wir bislang immer wieder und nach jedem einzelnen Terror-Alarm gefüttert werden, damit wir aufhorchen und vielleicht sogar 'bangemachen' lassen.
Was mich in diesem Zusammenhang immer besonders 'stutzig' macht, ist die zeitlich minimale Differenz zwischen dem sogenannten 'Terror-Alarm' und den allzu flink nachgereichten Forderungen seitens unserer, auch gewählten Meinungsmacher. Das war bei GWB zum 9/11-Fall so, das funktionierte in Madrid ebenso eilig wie zum 7/7-Anschlag in London! Warum also nicht auch in Deutschland? Wo bleibt da unsere sonst so vielgelobte, deutsche Gründlichkeit, für die wir weltweit gelobt werden? – Irgendwie vermisse ich sie hier in auffallender Weise. Jeder hat schon eine Meinung, nur keiner kennt ausreichende Fakten, um sich wirklich eine solche bilden zu können.
Soll uns hier vielleicht eine Meinung eingetrichtert werden statt uns solche, in sich abgewogenen Fakten zu liefern, die ein eigenes, fundiertes Nachdenken ermöglichen könnten? Etwas mehr Skepsis sollte uns doch bitte auch hierbei vergönnt sein, bevor wir uns vielleicht einem vorbereiteten, bequemen Vorurteil hingeben. Ich erinnere: "Glauben heißt nicht Wissen!" Zum Wissen reichen die bisherigen Vorgaben aber leider (noch) nicht aus, wie ich – zumindest für mich – in Anspruch nehme und meine.
demo48
Beitrag von karsten / Veröffentlicht um 19:05 - 22.08.06
"Soll uns hier vielleicht eine Meinung eingetrichtert werden ...."
Denk' mal über den Werbeslogan 'Bild dir deine Meinung' nach ....
das kann man auf zweierlei Arten lesen:
BILD(e) Dir Deine Meinung
oder
BILD: Dir Deine Meinung (die Du verdienst)
Das schöne an einer Meinung ist daß man sie haben kann, ohne sie beweisen oder belegen zu müssen. Sie kann auch weder richtig noch falsch sein - und bezüglich Fakten kann man keine Meinung haben. Das unschöne an einer Meinung ist eben daß sie derart leicht von außen knetbar ist.
Ist die Meinung eine öffentliche welche, dann ist sie steuerbar, und zwar zielgenau und zielgerichtet, indem man zielgruppengerecht mal so und mal so argumentiert - nur die Schlußfolgerungen müssen dann die richtigen sein.
Deshalb gleiche ich meine Meinung nach einem These/Antithese/Synthese-Modell ab (Dialektik heißt das glaube ich). Dazugehört aber eben auch die Antithese, eben die Meinung eines anderen die eine andere ist als die meine und je mehr diese Meinung anders ist, desto besser taugt sie als Antithese.
Mit Fakten, Argumenten und Indizien belegt kann eine Antithese durchaus auf die Bildung der Synthese einen erheblichen Einfluß ausüben.
Die Frage ist nur: Wo ist die Grenze zwischen Fakt und Fake ? Wenn man diese beiden Dinge gut auseinanderhalten könnte, und jeder fähig wäre sich auf ein gemeinsames Ziel zu einigen, dann bräuchte man keine Meinung - dann würden zielgerichtete Schlußfolgerungen aus den Fakten genügen. Das Problem ist aber daß Menschen dazu neigen vor sich hin zu meinen (schöne Formulierung von A.Hauß) und dem Irrtum verfallen sind daß Fakt = Meinung = logische Schlußfolgerung = Erkenntnis.
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