Mathias Bröckers
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Writersblog von Mathias Bröckers.
18. Dezember 2006
Fröhliche Wii-nachten.
Ich schreibe heute mit schwerem Muskelkater in der rechten Schulter und im Arm. Ich habe übers Wochenende zuviel Tennis gespielt – auf der neuen „Wii“-Konsole von Nintendo, die sich mein Sohn zugelegt hat. Das Gerät hat gute Chancen die Computerspielwelt zumindest insofern zu revolutionieren, als die Dauer-User künftig nicht mehr als schwabbelige Blaßmänner daherkommen, sondern mit topfit durchtrainiertem Body – denn bei „Wii“ geht’s nicht mehr ums Knöpfchendrücken und Joystickruckeln, man muß sich bewegen. Vorhand, Rückhand, Aufschlag, Topspin – alles wie beim richtigen Tennis, nur die Laufarbeit nimmt einem die Figur auf dem Schirm ab. Die Grafik ist simpel und verglichen mit den optischen 3-D-Orgien anderer Spiele geradezu rudimentär, aber die innovative Steuerung wiegt das allemal auf: man hält einen Steuerstick in der Hand, dessen Bewegungen von einem Sensor erfasst und auf die Bildschirmfigur übertragen werden. Das funktioniert phantastisch und macht einen Höllenspaß. Dass Nintendo schon eine Rückrufaktion starten mußte um stärkere Riemen für die Befestigung des Sticks am Handgelenk anzubringen, leuchtet mir nach den zwei Tagen unmittelbar ein – die Dinger wären bei meinem Körpereinsatz sicher mehrfach gegen die Wand oder das Fenster geflogen. So aber beläuft sich der „Schaden“ nur auf die Muskeln in meinem Tennisarm – und der Gewinn ist ein ganz neuer Spielspaß. Seit ich 1990 bei Jaron Lanier in San Francisco zum ersten Mal in einen Cyberspace eintauchte – damals mit einem klobigen, verkabelten Handschuh und einer Art Taucherbrille - habe ich die Entwicklung virtueller Realitäten und der Steuergeräte immer verfolgt, ebenso wie die der Computerspiele. Um den Hochgradschwachsinn, der auf politischem Feld zum Thema „Gewaltspiele“ gerade verzapft wird, zu kommentieren, tut mir beim Tippen die Schulter noch zu weh , deshalb hier nur noch ein Lob der tollen Steuerung, die sich Nintendo hat einfallen lassen –und die auch für Ballerspiele einiges verspricht. Am Fuß befestigt wäre da auch ein realisitischer Fußballsimulator denkbar und vieles mehr… wer also noch kein überflüssiges Geschenk hat – für knapp 300 EU (inkl. einem zweiten Stick ) sind fröhliche Wii-nachten für die ganze Familie garantiert…
China jagt Papiertiger.
Ich gehöre ja nicht zu den Apokalyptikern, aber jetzt scheint,zumindest was den US-Dollar betrifft, das Ende nah: die chinesische Regierung hat angekündigt, eine Billion (in US-Sprachgebrauch „Trillion“) US-Dollar auf den Markt zu werfen. Eine Delegation unter Leitung des US-Finanzministers Henry Paulson und des Federal Reserve Chairman Ben Bernanke soll die Sitzung in Peking, auf der über diese Aktion verhandelt wurde, „blaß und mit kaltem Schweiß auf der Stirn“ verlassen haben. Die Chinesen sollen drei Gründe angegeben haben, warum sie jedes Vertrauen in die US-Währung verloren haben: 1.) veröffentlicht die Federal Reservebank seit März keine Zahlen mehr über die Geldmenge, die sie druckt. Von daher sei es unmöglich, den Wert des Dollars einzuschätzen. 2) Der Dollar hat in jüngster Zeit schon über 30 % an Wert gegenüber anderen Währungen verloren 3) Die USA haben keinerlei Pläne ihre Verschuldung in den Griff zu bekommen, außer einfach neue Dollars zu drucken.
Wenn China aus dieser korrekten Analyse die angekündigten Schritte folgen läßt, könnte der Dollar mit Börseneröffnung am Montag in den freien Fall geraten. Mehr dazu hier und hier
Die US-Finanzdelegtion verlautbarte über dieses Damoklesschwert allerdings nichts, vielmehr dreht man den Spieß um und beschuldigt nun China der Währungsmanipulation . Die Amerikaner fordern die Rückkehr des seit 2005 eingefrorenen Yuan in das flexible Währungssystem – die Chinesen sind unterdessen nicht bereit, ihr Geld an einen wertlosen Papiertiger zu koppeln, wie ihn die FED nach Belieben und völlig unkontrolliert druckt.
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