Guten Tag!
Hier ein weiterer hübscher Beitrag unsere Blog-Reihe mit den allerschönsten Erlebnissen und Stories zu Bob Dylan. Vielen Dank dafür an Horst M.: "Mein Gott, was soll ich über Bob Dylan noch sagen, was noch nicht gesagt ist? Auch ich gehöre zu der Generation, die mit ihm aufwuchs und ein Leben lang von ihm inspiriert wurde (ich bin 1950 geboren). Über die Jahrzehnte gab es für mich nichts spannenderes, als die nächste Schallplatte schon am ersten Tag ihres Erscheinens zu ergattern und sie so lange und oft abzuspielen, bis ich fast in Trance war. In Englisch war ich in der Schule bei den Besseren, da ich einen Riesenehrgeiz entwickelte, verstehen zu wollen, was Bob Dylan zu sagen hatte. Oftmals war es 'für die Katz', da der Sinn weit jenseits der blanken Worte zu finden war. So habe ich ihn im Laufe der Jahre auch mehrmals gehört und gesehen, wobei es jedes Mal ein anderer war. Es war immer ein unvorhersehbares Erlebnis, das mich lange beeindruckte.
Ein Konzert hob sich dabei etwas von den anderen ab. Es war im Jahre 1978, glaube ich, als Bob Dylan 2 Konzerte in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle gab. Ich war ein 28-jähriger ehrgeiziger Fotograf und hatte das 'Glück' ganz vorne in der Mitte, etwa in der 5. bis 10. Reihe zu sitzen. Zu jener Zeit durfte man noch die Kamera mit ins Konzert bringen. Ich hatte meine Nikon mit einem großen Blitzgerät ausgestattet und konnte vor Aufregung kaum erwarten, bis er loslegte. Als er anfing, die ersten Takte zu 'Like a Rolling Stone' zu spielen, stand ich auf, fokussierte, wartete bis er mich ansah und schoss.
Leider musste ich ihn unmittelbar in die Augen getroffen haben, denn, kaum hörbar aber unmissverständlich sagte er, ohne sein Spiel zu unterbrechen sehr melodisch, als ob es ein Teil des Songs wäre: 'Photographers go home!' Dann leitete er zu einem sehr emotionalen 'Like a Rolling Stone' über. Es hatte mich ins Mark getroffen. Einen Menschen, den man liebt und ehrt so zu verletzen, dass es ihn wohl fast schmerzte. Nun, was soll ich sagen. Es ist keins meiner besseren Fotos geworden und ich habe nie wieder einen Künstler mit meinem Blitzlicht gequält, so leid hat es mir getan. Vielleicht war auch ich ein Grund dafür, dass Bob Dylan später jegliches Fotografieren verbot. Zu gerne hätte ich beim Verlassen der Halle, beim Singen eines seiner Songs mit eingeflochten: 'Yes I go home now and I’m sorry, Bob!'"
Mehr Dylan-Stories gibts in den nächsten Tagen.
Herzlichst
Zweitausendeins









